Syrien

Menschenrechtsprotest in Syrien gewaltsam aufgelöst

Syrer fordern mehr Demokratie (Archiv)

Syrer fordern mehr Demokratie (Archiv)

Mit Schlagstöcken hat die Polizei in der syrischen Hauptstadt Damaskus eine Demonstration von Menschenrechtlern aufgelöst. Rund 150 Demonstranten hatten am Mittwoch vor dem Innenministerium die Freilassung von politischen Gefangenen gefordert.

Augenzeugen berichteten, die Sicherheitskräfte seien gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen. Rund 30 Teilnehmer wurden festgenommen, unter ihnen die Menschenrechtsaktivistin Suheir Atasi und Brüder des inhaftierten Menschenrechtsanwalts Muhannad al-Hassani. Die Demonstranten riefen die Parole "Friedlich, friedlich!", als die Polizisten gegen sie vorgingen.

In Syrien war es nach Beginn der Protestwelle in mehreren arabischen Ländern um die Jahreswende bislang ruhig geblieben. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad unterdrückt mit eiserner Hand jegliche oppositionelle Regung.

Oppositionelle freilassen

Am Dienstag hatten erstmals 200 hauptsächlich junge Menschen in der Innenstadt von Damaskus demonstriert. Sie folgten einem im Internet verbreiteten Aufruf und forderten das Ende des Regimes. Die Polizei löste die Kundgebung auf und nahm drei Demonstranten fest.

In den syrischen Gefängnissen sitzen tausende Menschen, die wegen oppositioneller Aktivitäten ohne Prozess festgehalten werden oder von Staatssicherheitsgerichten Haftstrafen erhielten. Al-Hassani wurde im Vorjahr zu drei Jahren Gefängnis wegen "Schwächung des Nationalgefühls" verurteilt. Der Anwalt hatte Opfer der politischen Justiz verteidigt, ihre Fälle dokumentiert und publik gemacht.

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