Coronavirus

Menschenkette am Bodensee - Tausende demonstrieren friedlich

Corona-Skeptiker bilden eine Menschenkette im Gebiet "Klein-Venedig" am Bodensee in Konstanz.

Corona-Skeptiker bilden eine Menschenkette im Gebiet "Klein-Venedig" am Bodensee in Konstanz.

Tausende Menschen haben am Samstag am Bodensee für und gegen die Corona-Politik demonstriert. Mit einer Friedens-Menschenkette hat unter anderem die Initiative «Querdenken» entlang des Seeufers mehr als 1000 Menschen mobilisiert.

Diese Zahl blieb weit unter den Erwartungen der Veranstalter, die mit 15'000 Personen gerechnet hatten. Die Menschenkette hätte durch Österreich, Deutschland, Liechtenstein und die Schweiz führen und damit vier Länder miteinander verbinden sollen.

Ziel sei gewesen, die Menschen zusammenzubringen, ein europäisches Signal gegen die Corona-Massnahmen zu setzen und in einen Dialog mit der Regierung zu treten, so Mitorganisator Gerry Mayr. Der Konstanzer Unternehmer hält Quarantäne für ein modernes Gefängnis und die Maskenpflicht für Unrecht.

Friedliche Proteste

Gegendemonstranten aus verschiedenen Gruppierungen marschierten an der Menschenkette vorbei mit Bannern, auf denen sie sich klar zu den Corona-Massnahmen bekannten. Vereinzelt kam es zu Diskussionen zwischen den Lagern. Die Polizei sprach von friedlichen Protesten. Auch die Verkehrsbeeinträchtigungen hielten sich zunächst in Grenzen.

An der schweizerisch-deutschen Grenze im Konstanzer "Klein Venedig" versammelten sich auch rund 60 linke Demonstrantinnen und Demonstranten aus der Region Kreuzlingen. "Nazis raus - Masken auf" oder "Meinungsfreiheit und Grundrechte ja - Rechtsradikale tolerieren und den Gesundheitsschutz anderer ignorieren nein", hiess es auf ihren Transparenten.

Die Corona-Massnahmen dürften durchaus kontrovers diskutiert werden, sagte Organisatorin Charis Kuntzemüller der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Unter dem Deckmantel der Pandemie würden aber auch extremistische und rassistische Gruppierungen mitlaufen. Dagegen richte sich der Protest der Linken.

Rund 30 Kundgebungen

Man solidarisiere sich auch mit den über 20 Bürgerinitiativen aus Konstanz, die unter dem Motto "Spread Love, not Corona" für Corona-Massnahmen demonstrierten. Laut dem Sprecher der Thurgauer Kantonspolizei, Matthias Graf, gab es auf Schweizer Seite während der Kundgebungen keine Zwischenfälle.

Insgesamt sind für Samstag und Sonntag rund 30 Kundgebungen in Konstanz und Kreuzlingen bewilligt. Am Sonntag will die Initiative "Querdenken" ab 09.00 Uhr in Konstanz gegen die Corona-Politik demonstrieren. Laut den Stadtbehörden wurden 4500 Teilnehmer für die Kundgebung in der Nähe des Bodenseeufers angemeldet.

Bei den Kundgebungen sind "Reichsflaggen, Kaiserrechtsflaggen und Zeichen, die einen deutlichen Bezug zur Zeit oder zu den Verbrechen des Nationalsozialismus und eine Verbindung zu der aktuellen Corona-Pandemie herstellen" von der Stadt verboten worden.

Ende August waren bei einer Corona-Demonstration am Berliner Reichstag Flaggen des deutschen Kaiserreichs geschwenkt worden. Demonstranten hatten Absperrungen durchbrochen.

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