Nach Angaben von Behördenvertretern und Augenzeugen waren die Angreifer mit Handgranaten und Sturmgewehren bewaffnet. Einer von ihnen habe eine Sprengstoffweste getragen, die aber nicht explodiert sei, sagte ein Polizeivertreter.

"Alle Terroristen wurden eliminiert", sagte der pakistanische Aussenminister Shah Mehmood Qureshi vor Journalisten in Islamabad. Die zum Zeitpunkt des Angriffs im Konsulat befindlichen Mitarbeiter seien an einen sicheren Ort gebracht worden.

China reagierte empört auf den Angriff in der grössten Stadt Pakistans. "China verurteilt jegliche gewaltsame Angriffe auf diplomatische Behörden scharf und fordert von Pakistan, praktische Massnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von chinesischen Bürgern und Einrichtungen in dem Land zu gewährleisten", sagte der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Geng Shuang, in Peking.

China schätze "die Bemühungen der pakistanischen Seite", fügte er hinzu. Alle Konsulatsmitarbeiter seien in Sicherheit. Pakistans Regierungschef Imran Khan sagte, der Angriff werde die bilateralen Beziehungen nicht untergraben.

Angriff von "Befreiungsarmee Baluchistans"

Zu der Tat bekannte sich die sogenannte Befreiungsarmee Baluchistans. In der gleichnamigen südwestlichen pakistanischen Provinz läuft derzeit ein grossangelegtes chinesisches Investitionsprojekt, das mit dem Megaprojekt "Neue Seidenstrasse" zusammenhängt.

Ein Sprecher der Extremisten sagte AFP am Telefon, seine Gruppe sehe "China zusammen mit den pakistanischen Einsatzkräften als Unterdrücker". Er warf ihnen vor, "die Zukunft Baluchistans zu zerstören".

In einer später an Medien versandten Erklärung hiess es, der Anschlag ziele darauf ab "klarzumachen, dass Chinas militärischer Expansionismus auf dem Boden Baluchistans nicht toleriert wird". Es wurde mit weiteren Anschlägen gedroht.

Herausforderungen wegen "Neuer Seidenstrasse"

China ist ein enger verbündeter Pakistans. In den vergangenen Jahren hat Peking im Zuge des internationalen Projekts "Neue Seidenstrasse" Milliarden in dem Land investiert.

Für Pakistan stellt die Teilnahme an dem Projekt eine grosse Herausforderung dar. Bereits in der Vergangenheit hatte es Angriffe auf Baustellen und chinesische Arbeiter gegeben. Viele Bewohner von Unruheprovinzen wie Baluchistan fühlen sich von den Profiten, die derartige Projekte bringen, ausgeschlossen.

Ebenfalls am Freitag wurde im Nordwesten Pakistan ein Bombenanschlag verübt, bei dem mehr als 30 Menschen getötet wurden. Der Sprengsatz detonierte nach Behördenangaben auf einem belebten Markt im mehrheitlich von Schiiten bewohnten Ort Kalaya im Stammesbezirk Orakzai. Die Hintergründe dieses Anschlags sind bislang unklar.