Nach Augenzeugenberichten waren die schwerbewaffneten Angreifer gegen 15.30 Uhr in das Casino "Royale" eingedrungen. Sie überwältigten demnach die Wachleute, schrien Gäste und Angestellten an, das Gebäude zu verlassen, gossen Benzin aus und setzten es in Brand. In einigen Berichten war auch von Schüssen und Granatenexplosionen die Rede. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Die Zeitung "Milenio" berichtete unter Berufung auf Überlebende, ein Notausgang sei verschlossen gewesen. Der Zivilschutz habe mit einem Bagger Wände einreissen müssen, um die verzweifelten Menschen aus dem Feuer-Inferno retten zu können.

"Es waren Schuss-Salven zu hören, dann gab es eine Explosion", berichtete eine Überlebende. "Uns kam der Gedanke, in Richtung der Tiefgarage zu flüchten und von dort auf die Strasse zu gelangen. Aber wir wurden in den zweiten Stock zu einem Notausgang geleitet, der abgesperrt war." Zahlreiche Menschen suchten zudem Zuflucht in den Toiletten und erstickten, wie es weiter hiess.

Suche nach weiteren Opfern

Bis spät in die Nacht holten Rettungskräfte Tote und Verletzte aus dem in Flammen stehenden Casino. 45 der Todesopfer - 35 Frauen und 10 Männer - konnten bislang identifiziert werden. Nach Angaben örtlicher Behörden wurden zudem mindestens zehn Menschen verletzt.

Am Freitag suchten die Retter weiter nach Opfern. Zahlreiche Menschen warteten in der Nähe des ausgebrannten Gebäudes noch auf Informationen über Familienangehörige. Es sei möglich, dass sich die Zahl der Toten erhöhen werde, sagte ein Behördensprecher. In unbestätigten Medienberichten war von 61 Toten die Rede.

Der Gouverneur des Bundesstaates Nuevo León, Rodrigo Medina, sprach von sechs Tätern, die in zwei Autos vorgefahren seien. Nach einem Bericht der Zeitung "El Universal" hält es der Generalstaatsanwalt von Nuevo León, Adrián de la Garza, für möglich, dass ein Drogenkartell hinter dem Überfall stecken könnte. Kasinos seien öfter das Ziel von Erpressung.