Syrien

Mehr als 450'000 Demonstranten im syrischen Hama

Anti-Regierungs-Proteste am Donnerstag in Syrien

Anti-Regierungs-Proteste am Donnerstag in Syrien

In der syrischen Protesthochburg Hama sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten am Freitag rund eine halbe Million Menschen auf die Strasse gegangen.

Mehr als 450'000 Menschen hätten sich auf dem Platz Al-Assi und in den umliegenden Strassen versammelt, um gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu demonstrieren, erklärte der Chef der syrischen Menschenrechtsliga, Abdel Karim Rihaui.

Der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OSDH), Ramin Abdel Rahman, bestätigte die Teilnehmerzahl. Die Demonstranten hätten erneut ihre Ablehnung eines Dialogs mit der Regierung zum Ausdruck gebracht und deren Rücktritt gefordert.

Die syrische Regierung warf dem US-Botschafter in Damaskus, Robert Ford, vor, sich mit "Saboteuren" in Hama getroffen zu haben und damit die Proteste gegen Assad angestachelt zu haben. Ford hatte die Stadt am Donnerstag besucht. Damaskus warf den USA daraufhin vor, sich in die inneren Angelegenheiten Syriens einzumischen.

Schwerpunkt der Proteste

Hama ist zu einem Schwerpunkt der Proteste geworden. Die Demonstrationen am vergangenen Freitag waren die grössten seit Beginn der Proteste Mitte März.

Die Stadt ist Symbol des Widerstands: 1982 wurden in der Stadt nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten zwischen 10'000 und 25'000 Menschen von Sicherheitskräften getötet. Hafis al-Assad, Baschar Assads Vater und Vorgänger als Präsident, hatte die Niederschlagung der Proteste angeordnet.

Rihaui zufolge wurden am Freitag erneut Demonstranten von Sicherheitskräften getötet. Allein fünf Menschen starben bei der Massendemonstration in Homs. Laut OSDH wurden zudem mindestens 24 Menschen durch Schüsse verletzt, als die Sicherheitskräfte die Demonstranten in verschiedenen Stadtteilen vertreiben wollten.

Zwei weitere Demonstranten wurden nach Angaben von Menschenrechtlern in der Hauptstadt Damaskus im Viertel Midan erschossen, während in der Ortschaft Dmeir ein Mensch getötet wurde. Im nordwestlichen Idleb seien die Einsatztruppen zudem mit scharfer Munition und Tränengas gegen tausende Demonstranten vorgegangen.

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