Der Anschlag ereignete sich auf der Strasse zwischen Kandahar und Herat. Wie ein Sprecher der Polizei in der Provinz Farah sagte, handelt es sich bei allen Toten um Zivilisten, die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder.

Einem Provinzrat von Farah zufolge war der Bus auf dem Weg von der westlichen Stadt Herat ins südliche Kandahar. Ein Teil der Verletzten sei in Krankenhäuser nach Farah-Stadt gebracht worden, ein Teil nach Herat. Die Zahl der Opfer könne noch steigen.

Ein Drittel sind Kinder

Bei fast einem Drittel der Opfer handelte es sich nach Angaben der UNO um Kinder. Die Kinderrechtsorganisation Save the Children verurteilte den jüngsten Anschlag scharf.

"Solche sinnlosen Tötungen sind in Afghanistan zur traurigen Normalität geworden", erklärte Länderdirektor Onno van Manen. Kinder würden immer mehr zum Opfer des seit 18 Jahren andauernden Konfliktes.

Hohe Zahl ziviler Opfer

Im Zuge innerafghanischer Gespräche Anfang Juli in Doha hatten die Delegierten der Konfliktparteien angekündigt, die Zahl der zivilen Todesopfer auf "null" reduzieren zu wollen. Seither gab es jedoch mehrere Anschläge, bei denen auch Zivilisten getötet oder verletzt wurden.

Die selbstgebauten Bomben, die bei den Anschlägen zum Einsatz kommen, werden häufig von radikalislamischen Taliban-Kämpfern gelegt. Die Taliban versuchen damit, Truppenbewegungen der afghanischen Sicherheitskräfte zu behindern.

Blutvergiessen vor Wahlen

Mit dem Beginn des Wahlkampfs für die Präsidentschaftswahl am 28. September könnte das Blutvergiessen noch zunehmen. Am Sonntag waren bei einer Attacke auf das Büro eines afghanischen Spitzenpolitikers in Kabul 20 Menschen getötet worden. 50 weitere Menschen wurden bei einem Selbstmordanschlag vor dem Büro des Vizepräsidentschaftskandidaten Amrullah Saleh verletzt.

Einige Beobachter bezweifeln, dass die Präsidentschaftswahl überhaupt stattfinden wird. Es ist umstritten, ob eine so wichtige Wahl während der von den USA angestossenen Friedensverhandlungen mit den Taliban abgehalten werden sollte.

200'000 Menschen auf der Flucht

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind in Afghanistan nach UNO-Angaben fast 1400 Zivilisten getötet und weitere 2500 verletzt worden. Seit Jahresbeginn sind zudem 200'000 Menschen innerhalb des Landes vor Kämpfen auf der Flucht.