Katastrophe in Japan

Mehr als 100'000 Tonnen verseuchtes Wasser in japanischer Atomruine

Das Atomkraftwerk in Fukushima

Das Atomkraftwerk in Fukushima

Im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima befinden sich mehr als 100'000 Tonnen hochgradig radioaktiv verseuchtes Wasser. Das gab der Betreiber Tepco bekannt.

Der Konzern fürchtet angesichts der nahenden Regenzeit, dass die strahlende Brühe überlaufen könnte. Neben Millionen Litern Wasser, die die Reparaturtrupps im Atomkraftwerk zur Kühlung in die Reaktoren pumpten, haben auch starke Regenfälle bei einem Taifun das verseuchte Wasser in der japanischen Atomruine weiter steigen lassen.

Im Reaktor 1 sind laut Tepco 16'200 Tonnen, in Reaktor 2 weitere 24'600 Tonnen, in Reaktor 3 rund 28'100 Tonnen und in Reaktor 4 22'900 Tonnen strahlendes Wasser. Rund 13'300 Tonnen seien bereits in einen Auffangbehälter abgepumpt worden.

Die insgesamt 105'100 Tonnen Wasser hätten eine Radioaktivität von geschätzt 720'000 Terabecquerel. Das entspricht dem Dreimillionenfachen der im Jahr erlaubten Menge.

Am 15. Juni will Tepco ein Wasserreinigungssystem in Betrieb nehmen, mit dem täglich 1200 Tonnen gefiltert werden können. Zudem soll Mitte August ein zusätzlicher Auffangtank installiert werden, in den rund 100'000 Tonnen hochgradig verseuchtes Wasser passen.

Zwei Angestellte verstrahlt

Bei zwei Beschäftigten des Atomkraftwerks Fukushima wurde ein Überschreiten der jährlichen Höchstdosis an radioaktiver Strahlung gemessen. Das teilte der Kraftwerksbetreiber Tepco am Freitag mit.

Rund 40 weitere Arbeiter der Anlage würden derzeit überprüft, hiess es. Einige von ihnen seien stark belastet. Das betreffe vor allem die, die zu Beginn der Atomkatastrophe nach dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März nicht die richtige Schutzkleidung gehabt hätten.

Die Regierung hatte angesichts der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima die zulässige Strahlungshöchstgrenze von 100 Millisievert auf 250 Millisievert angehoben, damit die Arbeiter die Lage in dem Kraftwerk unter Kontrolle bringen konnten.

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