Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat nach der Massenpanik mit mehreren minderjährigen Toten bei Ancona Aufklärung zugesagt. "Mit 15 Jahren darf man so nicht sterben", sagte Salvini am Samstag und kündigte eine Schweigeminute während einer geplanten Kundgebung seiner Partei in Rom an.

Es sei eine Pflicht, "die Verantwortlichen für die sechs entrissenen Leben zu finden, diejenigen, die aus Boshaftigkeit, Dummheit oder Habgier einen Party-Abend in eine Tragödie verwandelt haben".

Die Massenpanik war in den frühen Morgenstunden am Samstag in einem Club in Corinaldo unweit der Hafenstadt an der Adria ausgebrochen, wo ein italienischer Rapper auftreten sollte. Dutzende Menschen wurden verletzt, einige davon schwer.

Sechs Tote bei Massenpanik in italienischer Disco

Sechs Tote bei Massenpanik in italienischer Disco

Zur Panik kam es am frühen Samstagmorgen in Madonna del Piano in der Nähe der Hafenstadt Ancona. Ein Unbekannter versprühte im Vorfeld eines Konzerts von Rapper Sfera Ebbasta Reizgas in der Menge. Daraufhin kam es zur Panik.

Massenpanik wegen Reizgas

Bei einer Massenpanik von Besuchern einer Disco in der Nähe der italienischen Hafenstadt Ancona an der Adria sind am frühen Samstagmorgen sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache war eine Massenpanik.

Bei den Toten handle es sich um drei Mädchen, zwei Knaben sowie eine Frau, die ihre Tochter in die Disco begleitet habe, sagte der Polizeichef der nahegelegenen Stadt Ancona, Oreste Capocasa, am Ort des Zwischenfalls.

Rund 1000 Musikliebhaber hatten sich in der Disco "Lanterna Azzurra" (Blaue Laterne) in Madonna del Piano in der Gemeinde Corinaldo zum Konzert des in Italien beliebten Rappers Sfera Ebbasta eingefunden, als ein Unbekannter in dem Gedränge Reizgas versprühte.

Daraufhin kam es zu Panik in der Disco. Die Menschen drängten zu den Notausgängen, einige von diesen waren aber gesperrt, berichteten Zeugen. Die Personen stürmten daraufhin auf den einzig offenen Ausgang zu. In der daraufhin einsetzenden Panik starben sechs junge Menschen.

Nach ersten Medienberichten wurden zudem rund 120 meist junge Menschen verletzt - zehn von ihnen schwer. Sie wurden in die umliegenden Spitäler gebracht. Sanitäter berichteten, viele der Verletzten hätten in dem Gedrängel teils schwere Quetschungen, aber auch Knochenbrüche davongetragen.

Vor der Disco in dem kleinen beschaulichen Ort verkehrten Dutzende von Rettungswagen, Feuerwehren und Polizeifahrzeuge. Die Polizei nahm unmittelbar nach der Versorgung der Verletzten die Ermittlungen zu den Ursachen des Unglücks auf.