USA

Massen strömen zur Kundgebung «zur Wiederherstellung der Vernunft»

Massen strömten zur Grosskundgebung in Washington

Massen strömten zur Grosskundgebung in Washington

Nach einem der erbittertsten Kongress-Wahlkämpfe in der Geschichte der USA haben am Samstag in Washington Zehntausende in Volksfeststimmung für Vernunft und Toleranz demonstriert. Sie folgten einer Einladung des populären Politkomikers Jon Stewart.

Stewart gelang es, mit einer farbenprächtigen Satire-Show, Spass in den Wahlkampf-Endspurt zu bringen. Gewählt wird am Dienstag. Nach Schätzungen waren es 200'000 Menschen, die zur Grosskundgebung "zur Wiederherstellung der Vernunft" im Herzen der Hauptstadt gekommen waren.

So viele Zuschauer hatte im Wahlkampf bei weitem kein Spitzenpolitiker auf die Beine gebracht. Die Veranstaltung des liberalen Gastgebers der "Daily Show" des Senders "Comedy Central" galt als Gegenstück zu einer "Rallye zur Wiederherstellung der Ehre", die der erzkonservative Fox-News-Moderator Glen Beck im September abgehalten hatte.

Unterstützt wurde Stewart von seinem Satiriker-Kollegen Stephen Colbert, der in einer eigenen "Comedy Central"-Show einen erzkonservativen Nachrichtenmann verkörpert - aber ein Liberaler ist. Dazu hielten Musik-Stars wie Cat Stevens, Ozzy Osbourne und Sheryl Crowe die Menge in Stimmung.

Rückenstärkung für die Demokraten

Stewart hat wiederholt betont, dass seine Kundgebung nicht politisch motiviert sei. Er wolle moderaten Bürgern aller Richtungen ein Forum geben für ihre Frustration über den konfrontativen Politik-Stil, sagte er.

"Seid Ihr bereit, die Vernunft wiederherzustellen", fragte Stewart zum Auftakt der Kundgebung nach dem Singen der Nationalhymne unter dem Jubel der Menschen. "Wir können Auseinandersetzungen haben, ohne Feinde zu sein", sagte er zum Abschluss in einem leidenschaftlichen Plädoyer gegen Polarisierung, für Toleranz und zivilen Umgangston in Politik und Gesellschaft.

Trotz dieser Neutralität galt die Veranstaltung auf der Mall, der Museumszeile Washingtons, so kurz vor der Kongresswahl zumindest indirekt als Rückenstärkung für die Demokraten, denen nach Umfragen viele junge Wähler davonlaufen. Stewarts Fans sind überwiegend jung und liberal.

Wie es hiess, hatten dennoch führende Parteigrössen versucht, Stewart von seinem Vorhaben abzubringen: Sie befürchteten, dass durch die Show Wahlkämpfer "abgezogen" werden könnten. Präsident Barack Obama selbst hat die Veranstaltung begrüsst. Am vergangenen Mittwoch war er in der "Daily Show" zu Gast.

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