Dem Sender i-Télé sagte sie, vor ihrer Entscheidung für eine Spitzenkandidatur habe sie "lange gezögert". Viele hätten ihr geraten, sich auf die Präsidentschaftswahlen 2017 zu konzentrieren.

Sie glaube aber, dass es "keine Zeit mehr zu verlieren gibt", sagte Le Pen. Sie werde sich "sofort für die Region" Nord-Pas-de-Calais/Picardie engagieren, "und für die Nation ein kleines bisschen später". Eine Umfrage vom Montag sagt der 46-jährigen Rechtsextremen einen klaren Sieg in der Region voraus.

Marine Le Pen hatte Anfang 2011 die Parteispitze von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen übernommen. Seitdem versucht sie, dem Front National mit einer Abkehr von den offen rassistischen und antisemitischen Parolen Jean-Marie Le Pens ein respektableres Ansehen zu verschaffen und so neue Wähler zu gewinnen.

Riesenerfolg bei Europawahlen

Bei den Europawahlen im Mai 2014 wurde der FN mit rund 25 Prozent der Stimmen erstmals in seiner Geschichte stärkste Kraft in Frankreich. Bei den Präsidentschaftswahlen 2017 könnte Le Pen Umfragen zufolge in die Stichwahl einziehen - ihrem Vater war dies bereits 2002 überraschend gelungen.

Über die Ausrichtung der Partei gab es zuletzt erbitterten Streit zwischen Tochter und Vater. Nach erneuten antisemitischen Provokationen des 87-Jährigen liess Marine Le Pen dessen Parteimitgliedschaft aussetzen; der Titel des FN-Ehrenpräsidenten soll ihm entzogen werden.

Der Europaabgeordnete musste zudem auf eine Kandidatur bei den Regionalwahlen in einer südfranzösischen Region verzichten. Gegen die Suspendierung seiner FN-Mitgliedschaft ist der Parteigründer vor Gericht gezogen, eine Entscheidung soll am Donnerstag fallen.