Das Protestgebet der Musikerinnen in einer Kirche gegen Kremlchef Wladimir Putin sei weder für den Glauben noch für die Regierung eine Bedrohung gewesen, sagte Madonna der Agentur Interfax zufolge am Dienstagabend. "Diese drei Mädchen - Nadja, Mascha und Katja - haben etwas Mutiges getan. Sie haben dafür bezahlt. Und ich bete für ihre Freilassung", sagte Madonna im Olympiski-Stadion.

Auf dem nackten Rücken hat die Sängerin den Schriftzug von Pussy Riot getragen und mit einem schwarzen Tuch über dem Kopf auf der Bühne liegend gesungen. Die Show sei voller christlicher Symbolik mit Kreuzen und Ikonen gewesen, hiess es.

"Ich komme aus Amerika, wo wir frei unsere Meinung äussern können, auch wenn andere damit nicht einverstanden sind, und auch wenn die Regierung meine Meinung nicht teilt. All das ist Demokratie", wurde Madonna zitiert.

Die wegen Rowdytums aus religiösem Hass angeklagten Künstlerinnen hatten am 21. Februar in der Erlöserkathedrale mit Sturmmasken dafür gebetet, dass Russland von Putin erlöst werden möge. Vor dem Moskauer Chamowniki-Gericht wird an diesem Mittwoch das Urteil gegen Pussy Riot erwartet.

Die Staatsanwaltschaft hat drei Jahre Haft beantragt. Die Verteidigung hält den Prozess für politisch gesteuert und fordert Freispruch für die Angeklagten Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch.