Erster Weltkrieg

Macron empfängt Staats- und Regierungschefs vor Weltkriegsgedenken

Vor dem Elysée-Palast, seinem Amtssitz in Paris, empfängt der französische Präsident Emmanuel Macron (links) seinen österreichischen Amtskollegen Alexander Van der Bellen und dessen Gattin.

Vor dem Elysée-Palast, seinem Amtssitz in Paris, empfängt der französische Präsident Emmanuel Macron (links) seinen österreichischen Amtskollegen Alexander Van der Bellen und dessen Gattin.

Vor der feierlichen Zeremonie zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands im Ersten Weltkrieg hat der französische Präsident Emmanuel Macron am Sonntagvormittag in Paris die ersten Staats- und Regierungschefs empfangen.

Macron begrüsste im Elysée-Palast unter anderem die Regierungschefs aus Schweden, Griechenland, Belgien, Irland, Israel, Norwegen und Algerien. Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Uno-Generalsekretär António Guterres trafen bereits ein. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der kanadische Regierungschef Justin Trudeau wurden noch erwartet.

Insgesamt rund 70 Staats- und Regierungschefs wollen der Weltkriegsopfer am Vormittag gemeinsam gedenken. Am Arc de Triomphe findet dazu um 11 Uhr eine feierliche Zeremonie statt. Um diese Uhrzeit läuteten 1918 in ganz Frankreich die Glocken, um den Waffenstillstand zu verkünden. Als Zeichen der Versöhnung sollen alle Spitzenpolitiker jeweils symbolisch eine Hand auf die Schulter ihres Nachbarn legen.

Auch Berset in Paris

Zu den Gästen gehören auch US-Präsident Donald Trump und dessen Amtskollegen aus Russland, Wladimir Putin, und der Türkei, Recep Tayyip Erdogan. An einer Table ronde nimmt am Abend auch Bundespräsident Alain Berset teil. Rund 10'000 Polizisten sichern die Gedenkfeierlichkeiten in der französischen Hauptstadt ab.

Als erster deutscher Staatschef nimmt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an diesem Sonntag an der traditionellen Kranzniederlegung am Denkmal für die Gefallenen in London und dem anschliessenden Gedenkgottesdienst in der Westminster Abbey teil. Die Veranstaltung ist das zentrale Ereignis zum Weltkriegsgedenken in Grossbritannien. Den ehemaligen Feind nun auch dazu einzuladen, ist für die Briten ein grosser Schritt.

Der Erste Weltkrieg gilt manchen Historikern als "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts. 40 Staaten waren beteiligt am bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte, insgesamt standen annähernd 70 Millionen Menschen unter Waffen. Fast 9 Millionen Soldaten und mehr als 6 Millionen Zivilisten starben.

Die Kaiserreiche Österreich-Ungarn, Deutschland und Russland brachen ebenso zusammen wie das Osmanische Reich. Aus den Trümmern ging eine Vielzahl neuer Staaten vor allem in Mitteleuropa und auf dem Balkan hervor. Auch Machtzentren verschoben sich danach allmählich, etwa von Grossbritannien zu den USA.

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