Carl Bernstein

«Machen Sie keinen Fehler, Herr Präsident»: CNN schlägt nach Trump-Attacke zurück

Donald Trump legt sich einmal mehr mit dem US-Sender CNN an.

In einer aussergewöhnlich scharfen Reaktion hat der US-Sender CNN den Watergate-Enthüllungsreporter Carl Bernstein gegen die Anfeindungen von Präsident Donald Trump verteidigt.

"Machen Sie keinen Fehler, Herr Präsident, CNN lügt nicht. Wir bringen die Nachrichten. Und wir berichten, wenn Leute in Machtpositionen Lügen erzählen", erklärte der Sender CNN am Mittwoch (Ortszeit) im Kurzbotschaftendienst Twitter. "CNN steht zu seiner Berichterstattung und seinen Reportern. Es mag viele Idioten in dieser Geschichte geben, aber Carl Bernstein ist nicht einer von ihnen."

Bernstein war einer der Autoren eines CNN-Berichts über ein Treffen von Trump-Vertrauten mit einer russischen Anwältin im Präsidentschaftswahlkampf 2016, in dem brisantes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton erwartet worden war.

Als "verdorbener Idiot" beschimpft

Im CNN-Bericht wurden Quellen zitiert, denen zufolge Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen gesagt haben soll, Trump habe im Vorfeld von dem Treffen gewusst. Der CNN-Bericht wurde später in Frage gestellt, nachdem eine der Quellen ihre Aussagen zurückzog.

Trump hatte Bernstein das "Erfinden" von Geschichten vorgeworfen. "Der schlampige Carl Bernstein - ein Mann, der in der Vergangenheit lebt und wie ein verdorbener Idiot denkt, eine Geschichte nach der anderen erfindet - wird im ganzen Land verlacht", twitterte Trump.

Trump attackierte am Mittwoch einmal mehr auch CNN. Der Sender werde "von innen heraus zerrissen", weil er "einer grossen Lüge überführt" worden sei und sich weigere, "den Fehler zuzugeben".

"Schmähung wird Einsatz nicht schwächen"

CNN hielt an seinem Bericht zu dem Treffen mit der russischen Anwältin fest ebenso wie Bernstein, der sich gegen die Schmähungen verwahrte. "Ich habe mein Leben als Journalist damit verbracht, die Wahrheit ans Licht zu bringen", und dies während republikanischer wie demokratischer Regierungszeiten, schrieb Bernstein bei Twitter.

Er betonte die "entscheidende Rolle einer freien Presse" und erklärte: "Keine Schmähung wird meinen Einsatz für diese Mission schwächen."

Die Enthüllungen der Reporter Bernstein und Bob Woodward in der Watergate-Affäre hatten 1974 zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Richard Nixon beigetragen.

Trumps Verbal-Attacke auf Bernstein erfolgte kurz vor Erscheinen eines neuen Buches von Woodward. Dem Verlag zufolge schildert das Buch "Fear: Trump in the White House" das "erschütternde Leben in Donald Trumps Weissem Haus". Das Buch erscheint am 11. September und soll aufzeigen, wie Trump Entscheidungen zu wichtigen aussen- und innenpolitischen Fragen trifft.

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