Libyen

Luftangriffe auf Libyens Hauptstadt Tripolis fordern Tote

Aus Tripolis werden in der Nacht auf Sonntag erneut Kampfhandlungen mit Zerstörungen gemeldet. (Archivbild)

Aus Tripolis werden in der Nacht auf Sonntag erneut Kampfhandlungen mit Zerstörungen gemeldet. (Archivbild)

Die libysche Hauptstadt Tripolis ist erneut aus der Luft angegriffen worden. Dabei seien neun Menschen getötet und 35 weitere verletzt worden. Unter den Toten seien auch vier Zivilisten.

Eine Drohne habe in der Nacht zum Sonntag mehrere Raketen auf ein Militärlager im Süden der Hauptstadt gefeuert, sagte ein Sprecher der libyschen Armee am Sonntag der Nachrichtenagentur DPA.

Eine Rakete sei in ein Wohngebiet eingeschlagen, sagte Militärsprecher Mustafa al-Madschai. Er machte die Truppen des libyschen Militärs Chalifa Haftar für den nächtlichen Angriff verantwortlich.

Haftar hatte seinen Truppen Anfang des Monats den Vormarsch auf Tripolis befohlen. Dort hat die von den Uno unterstützte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch ihren Sitz. Haftar ist mit dem Parlament im Osten Libyens verbunden, das als Gegenregierung gilt.

Regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars liefern sich erbitterte Gefechte um die Kontrolle der libyschen Hauptstadt. Die meisten Gefechte finden am Boden statt, gelegentlich gibt es aber auch Luftangriffe.

Die LNA schickte zudem ein Kriegsschiff in den Erdölhafen von Ras Lanuf im Osten des Landes, was sie auch erstmals bestätigte. Das Patrouillenboot "Alkarama" sei als Teil einer Übung entsandt worden und solle die Erdölanlagen sichern, sagte ein LNA-Sprecher.

Unterstützung der Emirate

Die LNA kontrolliert die Erdölhäfen im Osten des Landes ebenso wie die Erdölfelder. Die Verwaltung liegt aber weiter bei dem staatlichen Erdölkonzern NOC, da ausländische Erdölkäufer nur mit dieser, ihnen lange bekannten Firma Geschäfte machen wollen. Haftar war unter dem 2011 gestürzten Staatschef Muammar Gaddafi General.

Er geniesst die Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate und Ägyptens, die ihm mit Luftangriffen bei der Übernahme der Kontrolle im Osten Libyens halfen. Beide Länder haben die LNA laut Uno-Berichten auch mit militärischer Ausrüstung unterstützt, darunter Helikopter, und sogar einen Militärflughafen gebaut.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden bei den Kämpfen bisher rund 280 Menschen getötet und mehr als 1300 Personen verletzt.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Regierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar unterstützt eine Gegenregierung im Osten Libyens.

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