Die Stadt sei mit Panzern und Raketen angegriffen worden, sagte ein Rebellensprecher. Auch vier weitere Ortschaften in den Höhenzügen im Westen des Landes seien Ziel der Angriffe. Kriegsreporter berichteten von hunderten von bewaffneten Aufständischen, die an die Front verlegt wurden.

Laut dem Sender Al-Dschasira handelt es sich um eine der grössten Militäroperationen der Rebellen in der jüngsten Zeit. Dabei sollen die Gaddafi-Truppen aus den Niederungen am Fusse des Nafusa-Gebirges und dem Gebiet an der Grenze zu Tunesien verdrängt werden.

Die Aufständischen im Westen Libyens kontrollierten bereits den Grenzübergang Wasin nach Tunesien. Doch von Gazaija aus konnte Gaddafis Artillerie bislang ihre einzige Nachschubroute unter Feuer nehmen.

Diplomatische Unterstützung

Auch auf dem diplomatischen Parkett verzeichnen die Aufständischen Erfolge. Der britische Aussenminister William Hague hatte am Mittwoch erklärt, von nun an werde der von den Rebellen gebildete Nationale Übergangsrat (NTC) als einzige legitime Vertretung Libyens formal anerkannt.

Auch die USA prüfen derzeit einen Antrag der libyschen Rebellen auf die Übernahme der diplomatischen Vertretung des Landes in Washington.

In Libyen liefern sich seit Monaten Rebellen und Truppen Gaddafis erbitterte Kämpfe. Den Aufständischen ist trotz Luftunterstützung durch die NATO der entscheidende Durchbruch bislang nicht gelungen.