Liberia

Liberias Opposition protestiert gegen Stimmenauszählung

Anwohner Monrovias verfolgen die Verkündung der Wahlresultate am Radio

Anwohner Monrovias verfolgen die Verkündung der Wahlresultate am Radio

Nach den Präsidentschaftswahlen in Liberia hat die Opposition den Behörden massive Wahlfälschungen zugunsten der Amtsinhaberin Ellen Johnson-Sirleaf vorgeworfen.

Nach Auszählung von mehr als drei Vierteln aller Stimmzettel am Samstag lag die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin bei der Auszählung vorn, sie muss aber mit einer Stichwahl rechnen.

Die Opposition werde das Ergebnis nicht anerkennen, sollten die Stimmen wie bisher ausgezählt werden, hiess es in einer Erklärung von acht Parteien.

Die Wahlkommission teilte mit, Johnson-Sirleaf habe vorläufig 44,6 Prozent der Stimmen auf sich vereint. Ihr wichtigster Herausforderer, Winston Tubman vom Kongress für Demokratischen Wandel (CDC), lag demnach bei 31,4 Prozent.

Der ehemalige Rebellenführer Prince Johnson rangierte an dritter Stelle. Bleibt Johnson-Sirleaf unter der 50-Prozent-Marke, ist für November eine Stichwahl geplant.

Bewährungsprobe der Demokratie

Die Staatspräsidentin besuchte am Samstag eine Geschäftsstelle ihrer Einheitspartei am Rande der Hauptstadt Monrovia, die in der Nacht in Brand gesteckt worden war. In der Nachbarschaft machte sich Angst vor einem erneuten Bürgerkrieg breit: "Soll das ganze Land so aussehen, wenn Johnson-Sirleaf abgewählt wird?" sagte ein Beobachter der Deutschen Presse-Agentur.

Die Präsidentenwahl vom 11. Oktober gilt als eine Bewährungsprobe der Demokratie in Liberia. Bis zum Jahr 2003 hatte dort 14 Jahre lang ein Bürgerkrieg getobt. Mehr als 200'000 Menschen wurden getötet, mehr als eine Million vertrieben.

Die Infrastruktur wurde zerstört, die Auswirkungen zeigen sich noch bis heute. Die UNO hat mehr als 14'000 Soldaten der Friedenstruppen im Land stationiert.

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