Das Oberlandesgericht München verhängte die Höchststrafe gegen die 43-Jährige. Es stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest.

Der Mitangeklagte Holger G. wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Oberlandesgericht München sprach G. der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung schuldig. G. hatte zugegeben, dem NSU-Trio einmal eine Waffe übergeben und den Untergetauchten mit falschen Papieren geholfen zu haben.

Die Bundesanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert, die Verteidiger hatten für eine Strafe von "unter zwei Jahren" plädiert.

Beate Zschäpe für schuldig befunden

Beate Zschäpe für schuldig befunden.

150 Menschen vor dem Gericht

Gegen sieben Uhr am Morgen warteten rund 150 Menschen auf dem Vorplatz des Gerichts, einige waren bereits seit dem späten Dienstagabend dort. In den Saal dürfen nur 50 Zuschauer hinein. Die Lage war ruhig.

Die deutschlandweite Kampagne "Kein Schlussstrich" hat Proteste gegen das Ende des mehr als fünf Jahre dauernden Gerichtsverfahrens angekündigt. Kritisiert werden Defizite bei der Aufklärung der NSU-Verbrechen.

Morde aus Fremdenhass

Der NSU wird für zehn Morde, zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle verantwortlich gemacht. Das Motiv war in fast allen Fällen Fremdenhass. Die meisten Opfer waren türkischer und griechischer Abstammung.

Die deutsche Bundesanwaltschaft sieht Zschäpe als Mittäterin und hat lebenslange Haft mit Sicherungsverwahrung gegen sie beantragt. Zschäpes zwei Verteidigerteams halten sie für die Morde und Anschläge für unschuldig.

Unterschiedlich sehen die Verteidiger Zschäpes Schuld an den anderen Straftaten: Ihre drei ursprünglichen Pflichtverteidiger halten lediglich eine Strafe für einfache Brandstiftung für angebracht, ihre beiden Wunschverteidiger höchstens zehn Jahre Gefängnis wegen Beihilfe bei zahlreichen Überfällen. Zschäpe hatte 2011 ihr Wohnhaus angezündet, bevor sie sich der Polizei stellte.

NSU-Prozess: Ein Rückblick

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