Frankreich - Italien

Le Pen auf Lampedusa: Flüchtlinge fernhalten

Die rechtsextreme Marine Le Pen in Lampedusa

Die rechtsextreme Marine Le Pen in Lampedusa

Die Chefin des rechtsextremen französischen Front National (FN), Marine Le Pen, hat sich auf Lampedusa dafür ausgesprochen, Flüchtlinge von der italienischen Insel fernzuhalten. Le Pen machte sich am Montag ein Bild von der Lage der Immigranten auf Lampedusa.

Die Insel war in den vergangenen Wochen das Ziel tausender Flüchtlinge aus dem Unruheland Tunesien gewesen. Bei ihrem Besuch brachte die FN-Parteichefin Italien folgenden Ratschlag mit: "Statt sie auf Lampedusa aufzunehmen, müsste Italien den Immigranten mit Schiffen Wasser und Nahrung aufs Meer schicken und ihnen dort helfen."

Vermieden werde damit, dass die Flüchtlinge auf der Insel an Land gingen, so argumentierte sie, wie italienische Medien berichteten. "Wir würden je gern alle aufnehmen in unserem Schiff (Europa), es ist aber nicht gross genug, alle würden dann untergehen", meinte Le Pen.

Wahlkampf auf Lampedusa

Sie war eine Woche vor Kantonalwahlen in Frankreich nach Lampedusa gekommen, begleitet von dem Europaabgeordneten Mario Borghezio von der ausländerfeindlichen italienischen Lega Nord. Der Urnengang gilt als Test für die Präsidentenwahl 2012, wobei Le Pen in Umfragen vor kurzem mehr Zustimmung erhalten hatte als Staatschef Nicolas Sarkozy.

Eine kleine Gruppe von Le-Pen-Gegnern hatte zuvor auf dem Flughafen von Lampedusa gegen ihren Besuch protestiert. Die Aufstände im Maghreb könnten zu einem "massiven Exodus" führen, hatte Le Pen - wie auch Italiens Innenminister Roberto Maroni von der Lega Nord - immer wieder gewarnt. Ihre Partei werde alles tun, damit die zu erwartenden Flüchtlingsströme nicht nach Frankreich gelangten.

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