Ägypten

Kuoni-Sprecher: «Wir müssen die Leute nicht aus ihren Liegestühlen reissen»

Das EDA verschärfte am Freitagmittag seine Reisewarnung nach Ägypten. Die führenden Schweizer Reiseunternehmen reagierten umgehend. In den Feriendestinationen sei die Lage aber ruhig.

Am Freitagmorgen teilte das Schweizer Reiseunternehmen Kuoni mit, es richte sich hinsichtlich von Reisen nach Ägypten nach den Empfehlungen des EDA und beobachte die Lage am Roten Meer aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt bereiteten sich noch 139 Personen auf ihren Abflug nach Ägypten am Wochenende vor. Annullationen wurden bei Kuoni bis gegen Mittag keine verzeichnet.

Freitagnachmittag verschärfte das Aussendepartement (EDA) schliesslich seine Reisewarnung für Ägypten. Es bestehe das Risiko, dass sich die Unruhen auf das ganze Land ausweiten könnten, so die Begründung aus Bern. Das EDA vollzog diesen Schritt, nachdem am bereits am Donnertag skandinavische Staaten und die USA ihre Staatsangehörigen aufgefordert hatten, das Land am Nil zu verlassen. Die verschärfte Einschätzung aus Deutschland folgte am Freitagmittag.

Extraflüge möglich

Die Reiseveranstalter Kuoni und Hotelplan reagierten umgehend. Sämtliche gebuchten Reisen bis zum 20. September wurden abgesagt. Individuell würden Rückreisebedürfnisse von Touristen aus den Feriendestinationen am Roten Meer abgeklärt, so Hotelplan in seiner Medienmitteilung.

„Die Lage vor Ort ist immer noch absolut ruhig", sagte Kuoni-Mediensprecher Peter Brun. In den Ferienresorts merke man nichts von den Unruhen. Infrastruktur und Lebensmittellieferungen funktionierten nach wie vor. Deshalb müsse man „wegen der Verschärfung der Reisewarnung nicht die Leute aus den Liegestühlen reissen und nach Hause holen", so Brun. Die Urlauber könnten ihre Ferien wie geplant beenden.

Keiner der 450 Schweizer Kuoni-Touristen vor Ort wünschte am Freitagnachmittag eine vorzeitige Rückreise. Hotelplan liess jedoch verlauten, sollte sich die Lage am Roten Meer weiter zuspitzen, würden Extra-Flüge für seine 333 Kundinnen und Kunden in Ägypten zur Verfügung gestellt.

Swiss fliegt weiter

Die Swiss fliegt weiterhin nach Kairo, trotz der Reisewarnung des EDA für Ägypten. Die aktuelle Sicherheitslage am Flughafen von Kairo erlaube es momentan, weiter zu fliegen, sagte eine Swiss-Mediensprecherin der Nachrichtenagentur sda.

Passagiere, die einen Flug nach oder von Ägypten mit Abflug bis einschliesslich dem 30. September 2013 gebucht haben, könnten das Flugticket einmalig kostenlos umbuchen. Gemäss einer Mitteilung der Swiss kann allerdings nur das Reisedatum angepasst werden, nicht aber die Destination.

Auswirkungen auf das Buchungsverhalten spürt die Swiss schon seit Beginn der Unruhen in Ägypten.

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