Kuba

Kubanischer Dissident Fariñas kurz nach Festnahme freigelassen

Der prominente kubanische Dissident Guillermo Fariñas im Jahr 2013 nach der Überreichung des Sacharow-Preises für Menschenrechte durch das EU-Parlament.

Der prominente kubanische Dissident Guillermo Fariñas im Jahr 2013 nach der Überreichung des Sacharow-Preises für Menschenrechte durch das EU-Parlament.

Wenige Tage nach seiner Festnahme ist der prominente kubanische Dissident und Sacharow-Preisträger Guillermo Fariñas wieder freigelassen worden. Die Behörden hätten ihn am Donnerstagabend zwar «ohne Anklage» freigelassen, sagte Fariñas der Nachrichtenagentur AFP.

Allerdings sei ihm unter Androhung einer neuen Festnahme die Ausreise aus der kubanischen Stadt Santa Clara untersagt worden, fügte der 58-Jährige hinzu. "Der Hauptgrund für meine Festnahme war, mich von einer Reise nach Europa abzuhalten."

Fariñas wollte nach eigenen Angaben an einer Sitzung der Menschenrechtskommission des E-UParlaments teilnehmen. Die kubanischen Behörden würden befürchten, dass er in Europa die Beziehungen zur Europäischen Union sabotieren wolle, sagte er weiter.

Fariñas war am Dienstag beim Verlassen seines Hauses in Santa Clara auf dem Weg zur spanischen Botschaft in Havanna festgenommen worden, wo er Reisedokumente abholen wollte.

Fariñas hat Jahre im Gefängnis verbracht und mit rund 30 Hungerstreiks die Freilassung von dutzenden politischen Gefangenen erreicht. Dafür erhielt er im Jahr 2010 den Sacharow-Preis für Menschenrechte des EU-Parlaments, den er aber erst mit zweieinhalbjähriger Verspätung entgegennehmen konnte, weil er keine Ausreisegenehmigung erhielt.

Die kubanische Regierung bestreitet die Existenz politischer Häftlinge im Land. Sie betrachtet sie als illegale Opposition, die von Washington finanziert wird.

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