Der Oberste Gerichtshof habe ein Urteil von 2017 wegen der Annahme von Schmiergeldern in Millionenhöhe bestätigt und das Strafmass auf sechs Jahre erhöht, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Hina am Donnerstag.

Sanader war 2017 zunächst zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dem Gerichtsurteil zufolge hatte Sanader sein Kabinett gedrängt, für das Landwirtschaftsministerium eine Immobilie Zagreb für das Doppelte des Marktwertes zu kaufen. Die Regierung zahlte zehn Millionen Euro, 2,3 Millionen Euro flossen demnach direkt an Sanader.

Sanader sprach von einem politischen Rachefeldzug, der seit neun Jahren gegen ihn geführt werde. "Ich werde weiter mit allen Mitteln dafür kämpfen, meine Unschuld zu beweisen", sagte der 65-Jährige vor Journalisten, bevor er von Polizisten in ein Gefängnis in Zagreb gebracht wurde.

Der Politiker war von 2003 bis 2009 kroatischer Regierungschef und ist mehrfach wegen Korruption verurteilt worden. Der Kampf gegen die Korruption war eine der Bedingungen für die Aufnahme Kroatiens in die Europäische Union. Der Balkanstaat trat der EU schliesslich 2013 als 28. Mitgliedstaat bei.