Das würde den Serben teilweise entgegenkommen, die bislang auf einer alleinigen Kontrolle der beiden Grenzübergänge beharren. Im Gegenzug würden die Serben ihre zahlreichen Strassensperren im Norden des Landes abbauen und wieder einen reibungslosen Verkehr ermöglichen.

Die serbischen Demonstranten hatten am Dienstagabend in Rudare bei Mitrovica ein sieben Meter hohes Metallkreuz auf der Fahrbahn errichtet, das die Barrikaden zusätzlich sichern soll.

Die umstrittenen Grenzübergänge Jarinje und Brnjak dürfen nach dem Kompromisspapier nur Autos und Busse passieren. Für den Warenverkehr blieben die Grenzen gesperrt.

Die Kosovo-Regierung könnte auf einen Erfolg verweisen, weil sie ein Importverbot für serbische Waren durchsetzte, an dem sich der aktuelle Konflikt entzündet hatte.

Über Zollstempel verhandeln

Schliesslich sollen unter Vermittlung Brüssels im September die Verhandlungen zwischen dem Kosovo und Serbien über die Zollstempel fortgesetzt werden. Serbien erkennt die Kosovo-Zollstempel nicht an, weil es damit die Anerkennung seiner früheren Provinz befürchtet.

Dadurch konnten Waren aus dem Kosovo nicht nach Serbien gelangen. Als Antwort hatte die Kosovo-Regierung einen Importstopp für serbische Waren verhängt.

Hunderte Serben hatten die neunte Nacht auf den zahlreichen Barrikaden verbracht, um die internationale Schutztruppe KFOR von der Räumung dieser Strassensperren abzuhalten.

Sie wollten so lange ausharren, bis die zwei von der Kosovo-Regierung übernommenen Grenzübergänge wieder in ihre Zuständigkeit zurückgegeben werden. Das zur grossen Mehrheit von Albanischstämmigen bewohnte Kosovo hatte sich im Februar 2008 für unabhängig erklärt.