Deutschland

Kreml weist Anschuldigungen gegen Russland im Fall Nawalny zurück

ARCHIV - Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland, bei einem Gedenkmarsch für den Kremlkritiker Boris Nemzow teil. Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa

ARCHIV - Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland, bei einem Gedenkmarsch für den Kremlkritiker Boris Nemzow teil. Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa

Die russische Staatsführung hat Anschuldigungen zu einer möglichen Verwicklung in den Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny zurückgewiesen.

"Es gibt keinen Grund, dem russischen Staat etwas vorzuwerfen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Tass zufolge. Deshalb sehe er auch keinen Anlass für irgendwelche Sanktionen, die gegen Russland oder gegen die Ostsee-Pipline Nord Stream 2 verhängt werden könnten.

Die deutsche Regierung hatte am Mittwoch erklärt, dass ein Nervenkampfstoff der sogenannten Nowitschok-Gruppe bei Nawalny nachgewiesen worden sei.

Der 44 Jahre alte Nawalny ist einer der schärfsten Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Nawalnys Team geht davon aus, dass Putin den bekannten Oppositionellen ausschalten wollte.

Kremlsprecher Peskow sagte weiter, dass der Fall niemandem Vorteile bringe. "Ich glaube nicht, dass das für irgendjemanden nützlich ist - wenn man ganz nüchtern auf das Geschehene blickt." Es gebe keinen Anlass für eine Erklärung des Staatschefs, zudem seien auch keine Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu geplant.

Nawalny ist seit einem Inlandsflug in Sibirien vor zwei Wochen im Koma. Dort war er sowohl zu Recherchen für seinen Anti-Korruptionsfonds als auch für die anstehenden Regionalwahlen unterwegs.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1