Belarus

Kreml: Russland an stabiler Lage in Belarus interessiert

ARCHIV - Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, hält eine Rede bei der Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges über Nazideutschland. Foto: Sergei Gapon/Pool AFP/AP/dpa

ARCHIV - Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, hält eine Rede bei der Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges über Nazideutschland. Foto: Sergei Gapon/Pool AFP/AP/dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin hat kurz vor der Präsidentenwahl in Belarus bei einem Telefonat mit Staatschef Alexander Lukaschenko klargemacht, dass er kein Interesse an einem Machtwechsel im Nachbarland hat.

Russland sei an einer "stabilen innenpolitischen Lage" in Belarus (Weissrussland) interessiert, teilte der Kreml am Freitag nach dem Gespräch beider Präsidenten mit. Sie wollten weiter an ihren "brüderlichen Beziehungen" arbeiten.

Die russische Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" meinte, dass ein Bruch der Beziehungen folgenreicher für Russland wäre als der Verlust der Ukraine vor mehr als sechs Jahren.

Lukaschenko strebt bei der Wahl am kommenden Sonntag eine sechste Amtszeit an. Der 65-Jährige steht nach massiven Protesten unter Druck. Er liess Hunderte Demonstranten festnehmen. Der Kreml mahnte, die Wahl sollte in einer "ruhigen Atmosphäre" abgehalten werden.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Minsk waren zuletzt belastet worden, weil Belarus vor gut einer Woche mehr als 30 "Söldner" festnahm. Viele der Männer sollen Russen sein. Lukaschenko wirft ihnen vor, vor der Abstimmung am Sonntag Unruhe stiften zu wollen. Russland hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Situation solle nun "im Geiste der gegenseitigen Verständigung gelöst werden", erklärte der Kreml. Dies sei bislang auch für die Zusammenarbeit beider Länder charakteristisch gewesen. Der Kreml hatte sich bislang zurückhaltend zu der Festnahme der "Söldner" geäussert. Moskau forderte mehrfach deren Freilassung.

Der belarussischen Staatsagentur Belta zufolge verständigten sich die Präsidenten darauf, "alle verfügbaren Fakten nun gründlich zu untersuchen, um die wahren Gründe zu ermitteln". Ausserdem sollten die Schuldigen gefunden und vor Gericht gestellt werden. Lukaschenko hat mehrfach vor Putschversuchen gewarnt und gedroht, dagegen vorzugehen.

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