Fünf Häuser unmittelbar am Rand des riesigen Erdloches bleiben geräumt, sagte der zuständige Landrat am Dienstag. Ihre 17 Bewohner müssen wohl auf längere Sicht anderswo unterkommen.

Die Bewohner der geräumten Häuser durften am Dienstag noch einmal einige Habseligkeiten aus der Gefahrenzone bergen. Ein Bagger soll am Mittwoch anrücken, um das Loch mit riesigen Mengen Kies zuzuschütten.

Der Schreck aus der Nacht zum Montag, als das Erdloch mit einem Durchmesser von gut 35 Metern wie aus dem Nichts einbrach, sass den Anwohnern noch in den Knochen. Beim Einsturz des Erdreichs waren Strasse, Gärten, ein Auto und Teile von Garagen verschwunden. Die Wohnhäuser blieben verschont.

Die einen Tag nach Einsturz des Erdreiches freigegebenen Häuser stehen etwa 50 bis 80 Meter von der Unglücksstelle entfernt. Dorthin kehrten vier Familien zurück. Für ihre Gebäude sei im Moment keine Gefahr, sagte der Landrat des Kreises Schmalkalden- Meiningen, Ralf Luther.

Gefahr bleibt

Die meisten Familien aus den evakuierten Häusern kamen nach Angaben der Stadtverwaltung zunächst bei Verwandten und Bekannten unter. Für zwei Familien besorgte die Stadt Unterkünfte.

Die Polizei will nach Angaben von Sprecher Fred Jäger in nächster Zeit verstärkt ein Auge auf das Gebiet am Krater haben, um die fluchtartig verlassenen Häuser vor Dieben zu schützen.

Der 20 Meter tiefe Schlund soll nun mit 40'000 Tonnen Kies gefüllt werden. Dafür müssen 2000 Lastwagen-Ladungen herangefahren werden, sagte Luther.

Experten fürchten vor allem weitere Gefahren bei starkem Regen. Vorbeugend würden daher nun Wasser- und Abwasserleitungen umverlegt, damit von dort kein Wasser in die Grube fliesse, sagte der parteilose Bürgermeister Thomas Kaminski. Fachleute warnen derweil vor ähnlichen Erdfällen "überall in den deutschen Mittelgebirgen".