Mexiko

Korruptionsermittlungen nach Anschlag auf Casino in Mexiko

Nach dem Anschlag auf die Spielbank (Archiv)

Nach dem Anschlag auf die Spielbank (Archiv)

Nach dem Brandanschlag auf eine Spielbank im mexikanischen Monterrey mit 52 Toten haben die Behörden Korruptionsermittlungen gegen den Bruder des örtlichen Bürgermeisters aufgenommen. Der Mann ist auf Video-Aufzeichnungen zu sehen, wie er am Tag vor dem Anschlag in dem Casino eine grosse Menge Bargeld entgegennahm.

Die von der Zeitung "Reforma" veröffentlichten Bilder seien "erdrückend", sagte Rodrigo Medina, Gouverneur des Staates Nuevo León, am Mittwoch. Zugleich legte der Gouverneur Pläne vor, um die Eröffnung neuer Casinos in Nuevo León zu verhindern und die bestehenden Spielbanken besser zu regulieren.

Bei dem Brandanschlag auf das Casino Royale am Donnerstag vergangener Woche kamen 52 Menschen ums Leben. Bislang wurden fünf Verdächtige festgenommen, die nach eigenen Angaben Mitglieder des Drogenkartells Zeta sind.

Nach sieben weiteren mutmasslichen Tätern wird nach Behördenangaben noch gesucht. Der Angriff war möglicherweise eine Vergeltungstat für nicht gezahlte Schutzgelder.

Demonstration gegen Gewalt

Am Sonntag hatten in Monterrey hunderte Menschen gegen die eskalierende Gewalt demonstriert. Sie forderten Gouverneur Medina sowie Mexikos Staatschef Felipe Calderón zum Rücktritt auf. "Wir sind es leid", riefen die rund tausend Teilnehmer der Kundgebung vor dem Regierungssitz der Provinz Nuevo León.

Die Demonstranten warfen Calderón vor, mit seiner vor knapp fünf Jahren begonnenen Offensive gegen die Drogenbanden des Landes zu einer Eskalation der Gewalt beigetragen zu haben. Nach offiziellen Angaben kamen seit Ende 2006 im landesweiten Drogenkrieg mehr als 41'000 Menschen ums Leben.

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