Kolumbien

Kolumbiens Präsident beendet Friedensgespräche mit ELN-Guerilla

Reaktivierte Haftbefehle gegen Mitglieder der ELN-Guerilla in Kolumbien: Präsident Iván Duque. (Archivbild)

Reaktivierte Haftbefehle gegen Mitglieder der ELN-Guerilla in Kolumbien: Präsident Iván Duque. (Archivbild)

Kolumbiens Präsident Iván Duque hat die Friedensgespräche mit der linken Guerillagruppe ELN für beendet erklärt. Er habe die Haftbefehle gegen zehn ELN-Unterhändler, die an Friedensgesprächen in Kuba teilgenommen hatten, wieder in Kraft gesetzt, teilte Duque mit.

Zuvor hatte die Regierung die Guerillagruppe für einen Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in Bogotá verantwortlich gemacht, bei dem am Donnerstag mindestens 21 Menschen getötet und 68 weitere verletzt worden waren.

Duque bat alle Staaten um die Festnahme der ELN-Kommandanten. Die Mitglieder des ELN-Oberkommandos halten sich auch immer wieder in Kuba auf.

"Wir werden nicht ruhen, bis wir alle Täter und Drahtzieher zur Rechenschaft gezogen haben", sagte Duque. Der Attentäter, ein langjähriges Mitglied und Sprengstoffexperte der ELN, kam bei dem Anschlag ums Leben. Ein Verdächtiger wurde nach dem Attentat in Bogotá festgenommen.

Explosion bei Polizei-Feier

Ermittler identifizierten den Täter, der bei dem Anschlag ums Leben kam, als ELN-Mitglied. Der Mann habe unter dem Kampfnamen "Mocho Kico" 17 Jahre lang als Sprengstoffexperte in den Reihen der Rebellen im Osten des Landes gedient, berichtete der Fernsehsender Caracol unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft.

Am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf eine Polizeischule in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá 21 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Kurz nach einer Zeremonie zur Beförderung von Kadetten hatte ein Mann ein mit Sprengstoff beladenes Auto auf das Gelände der Polizeiakademie General Santander im Süden der Millionenmetropole gefahren und zur Detonation gebracht.

Farc verurteilt Anschlag

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft des Landes steuerte der Täter am Donnerstag sein Auto durch den Haupteingang der Akademie. Als ein Spürhund bei der Kontrolle anschlug, gab der Fahrer Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände. Dort explodierte das Auto. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, das Fahrzeug brannte aus.

Das Nationale Befreiungsheer (ELN) ist die letzte aktive Rebellengruppe des lateinamerikanischen Landes. Duques Vorgänger Juan Manuel Santos hatte den jahrzehntelangen Guerilla-Krieg mit den linksgerichteten Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) im November 2016 mit einem Friedensabkommen beendet. Die Farc-Kämpfer gaben daraufhin ihre Waffen ab und wandelten sich in eine politische Partei um. Auch die Farc-Partei verurteilte den Anschlag.

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