Die Frage der Landverteilung ist der erste von fünf Punkten der vereinbarten Friedensagenda und gilt als wegweisend für den weiteren Erfolg der Gespräche. Die Verhandlungen mit den "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" (Farc) zur Lösung des fast 50 Jahre dauernden blutigen Konflikts waren im vergangenen Oktober unter der Schirmherrschaft Kubas und Norwegens begonnen worden.

Auch während der Verhandlungen hatte die Gewalt im Anden-Staat kein Ende gefunden. Noch am Donnerstag waren vier Menschen bei einem Angriff der Guerilla auf ein Fahrzeug getötet worden. Der Direktor der regionalen Einwanderungsbehörde, sein Fahrer und zwei Polizisten kamen dabei in Nordkolumbien in einem Hinterhalt von Rebellen um.

Weitere Punkte offen

Die kolumbianische Regierung hatte zuletzt ein rascheres Tempo in den Friedensgesprächen mit den Farc-Rebellen angemahnt. Insgesamt umfasst die Agenda für die Friedensgespräche fünf Punkte. Neben der nun offiziell geregelten Landverteilung an Rebellen und Vertriebene geht es um Garantien für eine politische Teilhabe der Farc-Rebellen.

Zudem muss die Entwaffnung der Banden ausgehandelt werden. Ebenso wie die Kämpfe muss der mutmasslich von Farc-Rebellen betriebene Drogenhandel beendet werden. Die Regierung wirft den Guerilla-Truppen vor, den Drogenschmuggel als Haupteinnahmequelle zu nutzen.

Als letzter Punkt stehen Entschädigungen für die Opfer des jahrzehntelangen Konflikts auf der Liste. Abschliessend soll eine Kommission prüfen, ob alle fünf Punkte eingehalten wurden.