Zum Schluss verständigten sich die Staaten in Cancún auf die Höchstgrenze von zwei Grad Klimaerwärmung als offizielles Ziel. Zudem soll ein 1,5-Grad-Ziel geprüft werden.

Die Länder vertagten aber ihre kontroversen Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende verbindliche Kyoto-Protokoll zu den Treibhausgasen. Der Kompromiss von Cancún wurde erst durch diese Vertagung möglich.

Widerstand Boliviens ignoriert

Bis zuletzt war befürchtet worden, dass auch dieser Gipfel scheitern könnte. Zum Schluss waren aber auch Staaten wie China oder die USA einverstanden. Allerdings hätte der Gipfel an Bolivien scheitern können. Das Land hatte sich dagegen gewehrt, eine steigende Durchschnittstemperatur zu akzeptieren.

Entgegen den UNO-Regeln, die Einstimmigkeit verlangen, setzte die mexikanische Aussenministerin Patricia Espinosa sich als Präsidentin des Gipfels über Bolivien hinweg und erklärte, ein Land könne ein Übereinkommen von 190 Ländern nicht scheitern lassen.

Einzelschritte vereinbart

In Cancún wurde ein besserer Schutz tropischer Wälder, Hilfen für Entwicklungsländer bei der Bewältigung des Klimawandels sowie eine Zusammenarbeit bei umweltfreundlicher Technik vereinbart. Fristen wurden nicht festgelegt.

Zudem wurde das Ziel bekräftigt, bis 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar an Hilfen für arme Länder aufzubringen. Dafür soll ein Grüner Klima-Fonds geschaffen werden. Wie dieser finanziert werden soll, wurde nicht beschlossen.

Historische Einigung?

Die Schweiz sieht im Abschlusstext einen soliden Grundstein für weitere Verhandlungen. Inhaltlich seien Fortschritte im Vergleich zu Kopenhagen gemacht worden, erklärte das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mit. "Der grosse Wurf blieb erwartungsgemäss aus."

Die Umweltorganisationen reagierten unterschiedlich. Greenpeace sprach von einem "Zeichen der Hoffnung", erklärte aber: "Cancún hat vielleicht den Prozess gerettet, das Klima aber noch nicht."

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