Gemäss dem Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, waren vor Beginn des bewaffneten Konflikts in Syrien vor mehr als drei Jahren 13 Prozent der Mädchen bei ihrer Heirat jünger als 18 Jahre alt. Diese Zahl stieg nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF auf mittlerweile 32 Prozent.

Bei 48 Prozent der Frühehen handelt es sich dem Bericht zufolge um Zwangsehen mit mindestens zehn Jahre älteren Männern. Saba al-Mobaslat von Save the Children in Jordanien sagte, bei Frühehen sei die Gefahr häuslicher Gewalt für die Frauen besonders gross.

Der UNICEF-Direktor für Jordanien, Robert Jenkins, wies darauf hin, dass Mädchen, die vor ihrem 18. Geburtstag heiraten, einem erhöhten Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt ausgesetzt seien. Häufig würden sie auch missbraucht. Weil sie die Schule früh verliessen, seien ihre Erwerbsmöglichkeiten gering und sie gerieten in einen "Teufelskreis der Armut".

Als Gründe für die Entwicklung sehen der Bericht von Save the Children und die Untersuchung von UNICEF die weitverbreitete Armut unter den Flüchtlingen, die Suche nach Schutz für die Töchter und die Sehnsucht, dem Stress und der Gewalt in den Familien zu entkommen.