Ein russischer Kampfjet hat nach Darstellung der Armeeführung in Kiew ein ukrainisches Kampfflugzeug über ukrainischem Staatsgebiet abgeschossen. Das Kampfflugzeug vom Typ Suchoi-25 sei am Mittwoch von einer russischen Rakete getroffen worden, als es "seinen Dienst über dem Gebiet der Ukraine" erfüllte.

Der Pilot habe mit Hilfe des Schleudersitzes überlebt. Nach Angaben der Streitkräfte ereignete sich der Vorfall im Osten der Ukraine, wo prorussische Separatisten gegen Regierungstruppen kämpfen.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats sprach von einer "erneuten Provokation". Erst am Montag hatte Kiew dem Nachbarland vorgeworfen, eine Militärmaschine vom Typ AN-26 abgeschossen zu haben.

Separatisten sprechen von Erfolgen

Die Separatisten sprechen derweil von neuen Kampferfolgen und Landgewinnen gegen die ukrainischen Regierungstruppen. In den Gebieten Lugansk und Donezk seien einzelne Stadtteile und Ortschaften wieder unter Kontrolle der Aufständischen, teilten die prorussischen Kräfte am Donnerstag mit.

Die Regierungstruppen seien zurückgedrängt worden. Eine Bestätigung dafür gab es in Kiew zunächst nicht. Bei den Kämpfen habe es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben, teilten beide Seiten mit. Konkrete Zahlen lagen zunächst nicht vor.

"Wir wissen, dass es Verluste gibt. Die Kämpfe dauern an. Unsere Leute halten sich. Aber es ist sehr schwer", sagte Andrej Lyssenko vom Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine.

Das Innenministerium in Kiew rief die Bürger in Donezk und Lugansk erstmals auf, sich selbst gegen die Aufständischen zur Wehr zu setzen. Es verwundere ihn, dass sich in einer Millionenstadt wie Donezk, in der "starke Männer, Bergarbeiter, mutige Menschen" leben, niemand den bewaffneten Eindringlingen entgegenstelle, sagte Berater Sorjan Schkirjak. Er hoffe, dass sich der Widerstand von Patrioten im Inneren bilde, um der Armee bei der Befreiung der Stadt Donezk zu helfen. (sda)