Es gebe weiter keine Hoffnung auf eine "schnelle Einigung" in den Friedensverhandlungen, sagte Mark Lyall Grant am Mittwoch in Juba weiter. Zwar hätten Kiir und Machar beide erklärt, dass eine militärische Lösung ihres Konflikts nicht möglich sei. Die Meinungen gingen aber noch weit auseinander.

In dem vor drei Jahren für unabhängig erklärten Land herrscht seit acht Monaten ein blutiger Machtkampf zwischen Präsident Kiir und dessen geschassten Stellvertreter Machar. In ihrem Ringen um Einfluss mobilisieren beide Lager die Bevölkerung entlang ethnischer Grenzen und hetzen die verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegeneinander auf.

Hinzu kommen Milizen, die auf eigene Rechnung in dem bitterarmen Land marodieren. Tausende Menschen wurden getötet und 1,5 Millionen vertrieben. Nach Angaben der UNO herrscht im Südsudan derzeit zudem die "schlimmste" Hungersnot weltweit.

Sanktionsdrohungen

Am Dienstag waren die Vertreter der 15 Mitglieder im UNO-Sicherheitsrat in die Hauptstadt Juba gereist, um in dem Konflikt zu vermitteln. Die Diplomaten trafen sich mit Präsident Kiir und sprachen in einer Videokonferenz auch mit Machar.

In den Gesprächen drohten sie den beiden Kontrahenten erneut mit Sanktionen, wie Grant berichtete. Beiden sei die "sehr starke Botschaft" überbracht worden, "dass es für diejenigen, die den Friedensprozess untergraben, Konsequenzen geben wird".

Die Friedensverhandlungen im Nachbarland Äthiopien laufen mit Unterbrechungen schon seit Januar. In der vergangenen Woche wurden die Gespräche neu aufgenommen. Seitdem wurden aber kaum Fortschritte erzielt. Am Sonntag wurden aus der Stadt Nasir im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei erneut schwere Kämpfe gemeldet, für die sich beide Seiten gegenseitig verantwortlich machten.

Nach ihrem Besuch im Südsudan reisten die UNO-Vertreter am Mittwoch nach Somalia weiter. In Kenia ist zudem ein Treffen mit Vertretern des ostafrikanischen Staatenbündnisses Igad geplant, das im Südsudan-Konflikt vermittelt.