Karsai gab bekannt, er habe an den Gesprächen mit Vertretern der Hesb-i-Islami teilgenommen. Er hoffe, dass die Friedensverhandlungen "gute Ergebnisse bringen werden", sagte er am Samstag vor dem Parlament in Kabul. Über weitere Details machte Karsai keine Angaben.

Die USA hatten Afghanistan zuletzt zu Gesprächen mit den Taliban ausserhalb des Landes geraten. Der US-Gesandte Marc Grossman traf am Samstag in Kabul ein, um sich mit Karsai zu treffen.

Dabei sollte das weitere Vorgehen bei den Friedensgesprächen beraten werden. "Die USA sind bereit, den afghanisch-geführten Versöhnungsprozess zur Beendigung des Konflikts auf jede mögliche Weise zu unterstützen", erklärte Grossman.

Zuletzt hatten die Taliban die Eröffnung eines Verbindungsbüros im Golfstaat Katar angekündigt, um die Verhandlungen mit der afghanischen Regierung zu erleichtern.

Frankreich klärt ab

In Kabul trafen nach dem Tod von vier französischen Soldaten auch Frankreichs Verteidigungsminister Gérard Longuet und Generalstabschef Edouard Guillaud zu Gesprächen mit Karsai ein. Zudem wollten sie den Oberbefehlshaber der NATO-Truppen, US-General John Allen, treffen.

Longuet und Guillaud sollen prüfen, ob und wie die Ausbildung afghanischer Soldaten fortgeführt werden kann. Präsident Nicolas Sarkozy hatte die beiden nach dem Angriff eines afghanischen Soldaten entsandt, bei dem am Freitag in der östlichen Provinz Kapisa vier unbewaffnete französische Soldaten beim Sport getötet worden waren.

Sarkozy hatte erklärt, die Zusammenarbeit mit der afghanischen Armee werde ausgesetzt. Einen vorzeitigen Abzug der derzeit 3600 französischen Soldaten aus Afghanistan schloss er nicht aus. Eigentlich soll der Abzug erst Anfang 2014 abgeschlossen sein.

Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid sagte am Samstag, der afghanische Soldat, der die Schüsse abgegeben habe, sei von seiner Gruppe rekrutiert worden. Die Taliban hätten viele Menschen in wichtigen Positionen angeworben. Einige von ihnen hätten ihre Aufgabe bereits erfüllt.