Afghanistan/Pakistan

Karsai fordert mit Friedensrat Taliban zu Verhandlungen auf

Afghanistans Präsident Hamid Karsai (Archiv)

Afghanistans Präsident Hamid Karsai (Archiv)

Exakt neun Jahre nach Beginn der US-geführten Offensive in Afghanistan hat Präsident Hamid Karsai am Donnerstag einen Friedensrat eröffnet. Damit soll ein Weg zum Frieden mit den radikal-islamischen Taliban geebnet werden. Die Islamisten lehnten Gespräche jedoch umgehend ab.

"Jede Provinz, jeder Bezirk und jedes Dorf erwartet Fortschritte von diesem Rat", sagte Karsai zu Beginn der Versammlung im hochgesicherten Präsidentenpalast in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Er rief die Taliban erneut dazu auf, ebenfalls an den Verhandlungstisch zu kommen.

Der Friedensrat ist eine der wichtigsten Initiativen Karsais auf dem Weg zu Gesprächen mit den Aufständischen. Seine Einrichtung war im Rahmen einer Friedensdschirga im Juni in Kabul beschlossen worden. Dem Gremium gehören 68 Mitglieder an, die Karsai persönlich ausgewählt hat.

Die Taliban selbst machten bisher immer den Abzug der NATO-geführten Truppen zur Vorbedingung für Gespräche. Am Donnerstag, genau neun Jahre nach Beginn der von den USA angeführten Offensive gegen die damals regierenden Taliban, erneuerten sie ihre Protesthaltung.

In einer Mitteilung erklärten sie, die Kontrolle über 75 Prozent des Landes zu haben. Der "Heilige Krieg und der Widerstand gegen die einmarschierten Amerikaner und ihre Verbündeten ist so stark wie nie zuvor", hiess es in der Erklärung.

Wieder Angriff auf NATO-Nachschub

Unterdessen gehen die Angriffe pakistanischer Extremisten auf Nachschubkonvois für die NATO-Truppen in Afghanistan weiter. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, griffen Bewaffnete in der Nacht im nordwestlichen Distrikt Nowshera Dutzende am Strassenrand geparkte Lastwagen an und setzen mehr als 50 davon in Brand.

Zwei Soldaten seien bei dem Angriff getötet und vier weitere Menschen verletzt worden. Seit Freitag wurden mehr als 100 Fahrzeuge zerstört. Sechs Menschen starben. Für die Überfälle werden radikal-islamische Extremisten verantwortlich gemacht.

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