Menschenrechte

Karadzic will vor Uno-Tribunal Aufhebung von Schuldspruch

Die Anklage fordert lebenslang Gefängnis, die Verteidigung Freispruch: Der Berufungsprozess in Den Haag gegen Karadzic hat begonnen.

Die Anklage fordert lebenslang Gefängnis, die Verteidigung Freispruch: Der Berufungsprozess in Den Haag gegen Karadzic hat begonnen.

Im Berufungsprozess zum Völkermord von Srebrenica hat die Verteidigung die Aufhebung des Schuldspruchs für Radovan Karadzic gefordert. Der ehemalige Serbenführer habe keinen fairen Prozess erhalten, erklärte sein Anwalt Peter Robinson am Montag vor dem Uno-Tribunal.

Die Richter müssten ihn daher freisprechen oder einen neuen Prozess anordnen. In erster Instanz hatte das Uno-Gericht in Den Haag Karadzic 2016 für den Völkermord von Srebrenica, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Balkan-Krieg in den 1990er Jahren zu 40 Jahren Haft verurteilt.

Auch die Anklage hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt und will eine lebenslange Haftstrafe erreichen. Das Uno-Gericht setzte zwei Tage für die Anhörungen an. Ein Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet.

1995 hatten serbische Einheiten die damalige Uno-Schutzzone Srebrenica überrannt und dann rund 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet. Das Berufungsverfahren wird vom sogenannten Mechanismus für Uno-Tribunale verhandelt, der Nachfolge-Organisation des Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien.

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