Die Richter müssten ihn daher freisprechen oder einen neuen Prozess anordnen. In erster Instanz hatte das Uno-Gericht in Den Haag Karadzic 2016 für den Völkermord von Srebrenica, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Balkan-Krieg in den 1990er Jahren zu 40 Jahren Haft verurteilt.

Auch die Anklage hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt und will eine lebenslange Haftstrafe erreichen. Das Uno-Gericht setzte zwei Tage für die Anhörungen an. Ein Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet.

1995 hatten serbische Einheiten die damalige Uno-Schutzzone Srebrenica überrannt und dann rund 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet. Das Berufungsverfahren wird vom sogenannten Mechanismus für Uno-Tribunale verhandelt, der Nachfolge-Organisation des Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien.