Das Kraftwerk soll in der Region Dabaa im Norden des Landes entstehen. Kairo treibt bereits seit Jahren ein eigenes AKW-Projekt voran: Bereits im Jahr 2008 vereinbarten Russland und Ägypten eine Kooperation bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie.

Der Generaldirektor der Atomenergiebehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, und der damalige ägyptische Energieminister Hassan Junis ebneten den Weg für eine Teilnahme Russlands am Bieterverfahren für den Bau des ersten ägyptischen Atomkraftwerks. Auch Putin nahm an der Zeremonie teil, sein ägyptischer Amtsollege hiess seinerzeit Husni Mubarak.

In den vergangenen Jahrzehnten war Ägypten vor allem mit den USA eng verbündet. Washington hatte nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee 2013 seine Militärhilfe für Ägypten (1,3 Milliarden US-Dollar jährlich) eingeschränkt.

Seitdem bemüht sich Kairo um Moskau. Auch im Anti-Terrorkampf wollen Russland und Ägypten enger zusammenarbeiten. Es ist bereits das zweite Treffen der beiden Präsidenten. Im August 2014 hatte Al-Sisi Putin in der Stadt Sotschi besucht.

Bei seinem zweitägigen Kairo-Besuch überreichte der russische Staatschef seinem Amtskollegen laut Staatsfernsehsender Russia Today ein symbolhaftes Geschenk: eine Kalaschnikow. Kairo hat grosses Interesse an russischem Kriegsgerät wie Luftabwehrsystemen und Panzerabwehrraketen. (sda)