Deshalb verzichtete das Pariser Gericht nach eigenen Angaben darauf, den 66-Jährigen überhaupt als Zeugen zu vernehmen. Im dem Prozess, der in der vergangenen Woche begann, geht es um Scheinarbeitsstellen Anfang der 1990er Jahre im Pariser Rathaus, als Chirac Bürgermeister der Hauptstadt war.

Juppé, damals sein Stellvertreter, wurde deswegen 2004 zu 14 Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Urteil machte seiner politischen Karriere erst einmal ein Ende, Juppé ging ein Jahr nach Kanada.

Chirac zu krank für Prozessteilnahme

Chirac war bis 2007 durch sein Präsidentenamt geschützt. Inzwischen ist der 78-Jährige nach Ansicht des Gerichts zu krank, um selbst auszusagen. Der Auftritt Juppés wurde deshalb mit Spannung erwartet.

Juppés Verurteilung bezog sich auf sieben der insgesamt wohl mehr als zwanzig Scheinstellen. Dabei handelte es sich um Mitarbeiter der früheren Chirac-Partei RPR, die vom Rathaus bezahlt wurden, aber Parteiarbeit machten.

Die Anti-Korruptionsvereinigung Anticor hatte die Zeugenaussage des Aussenministers durchgesetzt. Nach Angaben des Aussenministeriums gibt es noch keinen neuen Termin für eine Anhörung Juppés.