Staatschef Karsai bestätigte den Tod seines Bruders. "So ist das Leben des afghanischen Volkes", sagte er in Kabul bei einer Medienkonferenz mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. "Jeder von uns leidet, und wir hoffen, dieses Leid (...) beenden zu können."

Hamid und Ahmad Wali Karsai sind eigentlich Halbbrüder. Sie haben denselben Vater, aber verschiedene Mütter. Das islamische Recht erlaubt es einem Mann, mehrere Ehefrauen zu haben. Daher sprach der Präsident auch in der Öffentlichkeit stets von seinem jüngeren Bruder.

Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi übernahm die Verantwortung für den Mord. Einer der Leibwächter Karsais mit dem Namen Mohammad Jan sei ein "Schläfer" der Aufständischen gewesen und habe ihn getötet. Ein anderer Sprecher sagte, dies sei "einer der grössten Erfolge" der Taliban seit dem Beginn der Frühjahrsoffensive.

Leibwächter als Täter

Aus Sicherheitskreisen war bereits zuvor verlautet, Karsai sei von seinem Leibwächter mit einem Sturmgewehr erschossen worden. Eine Bestätigung der afghanischen Behörden gab es dafür zunächst nicht.

Ahmad Wali Karsai war der Vorsitzende des Provinzrats von Kandahar. Ihm wurde immer wieder eine Verwicklung in den Drogenhandel vorgeworfen, was er und der Präsident aber stets dementierten.

Bereits in der Vergangenheit waren mehrfach Anschläge auf den mächtigen Regionalpolitiker verübt worden. Zuletzt hatte er im Mai 2009 einen Angriff der Taliban auf seinen Fahrzeugkonvoi überlebt.