Eine Hetzliste mit 100 Bildern sorgt für Empörung. Ugandas Zeitung «Rolling Stone» veröffentlichte die Bilder von homosexuellen Ugandern mit der Forderung, diese Leute am nächsten Baum aufzuknüpfen.

Redaktor Giles Muhame sagte, er wolle mit der Veröffentlichung von Fotos Schwuler fortfahren, um ihnen zu «helfen», ein verantwortungsbewusstes Leben zu führen. Gegenüber CNN stellte Muhame Homosexualität mit einem Virus gleich.

«Poo-Poo»-Priester sorgte für Eklat

Bereits 2009 sorgte Uganda für Furore. Ein Abgeordneter brachte einen Gesetzesentwurf ins Parlament ein, der für homosexuelle Handlungen die Todesstrafe vorsah.

In einer denkwürdigen Pressekonferenz sorgte Pastor Martin Ssempa für einen Eklat, als er vor versammeltem Publikum Schwule mit üblen Bildern als sexuell Abnorme hinstellte.

Pastor Martin Ssempas Pressekonferenz gegen Homosexuelle

Pastor Martin Sempa stellte Schwule als Abnorme dar.

Nach internationalen Protesten legte Präsident Yoweri Musweni den Vorschlag auf Eis.

Amerikanische Eiferer haben neues Spielfeld gefunden

Wenn's in Uganda um Schwulen-Hetze geht, sind amerikanische Evangelikale ganz vorne mit dabei. Seit Jahren veranstalteten sie in Ugandas Hauptstadt Kampala Seminare, um die angeblichen geheimen Pläne der Homosexuellen aufzudecken.

Die ugandische Organisation «Family Life Network» lud amerikanische Evangelikale ein, um Vorträge über die Zerstörung der traditionellen Familienwerte durch Homosexualität und die Gefahr für die Gesellschaft durch die Schwulen anzuprangern.

Einer dieser Missionare ist Scott Lively. Zu seinem Lebenswerk gehört das Buch «The Pink Swastika» (Das rosarote Hakenkreuz), in dem er behauptet, zwischen Homosexuellen und Nationalsozialisten bestehe ein enger Zusammenhang. Sogar Hitler sei schwul gewesen, meinte Lively in der US-Talkshow «The Daily Show». Wegen ihrer Homosexualität seien die Nazis auch so grausam gewesen:

Christlicher Fundamentalist: «Hitler war homosexuell!»

Historiker bezeichnen Scott Livelys Theorien als völlig haltlos. Das Gegenteil sei der Fall gewesen: Die Nazis verfolgten Homosexuelle und steckten sie in Konzentrationslager.

Rektorin Sylvia Tamale vom Makarere Institut für Rechtswissenschaften bringt die Schwulen-Hetze mit politischem Kalkül in Verbindung. Es sei eine Tatsache, dass in Krisenzeiten Machthaber ihre Untergebenen gerne auf schwache Gruppen in der Gesellschaft hetzten, sagte sie gegenüber der «Huffington Post».

Laut einem Bericht der Organisation «Human Rights Watch» wurden in Uganda in letzter Zeit immer mehr politisch motivierte Übergriffe verzeichnet, die keine strafrechtlichen Konsequenzen hatten. Die seit Jahren dominierende Partei NRM habe in letzter Zeit politische Gegner immer wieder mit Anschuldigungen von sexuellen Übergriffen, Homosexualität oder «abtrünnigem» Verhalten eingedeckt, um sie einzuschüchtern.