Das Nichtraucherschutzgesetz war bereits vor fünf Jahren vom jordanischen Parlament verabschiedet worden. Doch die mehr als 5000 Restaurant- und Kaffeehausbetreiber in Jordanien ignorierten es. Nun soll das Rauchverbot bis Ende 2014 rigoros durchgesetzt werden. Wer beim Servieren einer Wasserpfeife erwischt wird, muss um seine Lizenz fürchten.

Die nach den Worten des jordanischen Gesundheitsministers Ali Hiasat «endgültige und unwiderrufliche Entscheidung» löste in dem Königreich am Jordan einen Sturm der Entrüstung aus. Die Regierung solle Armut und Korruption bekämpfen, schimpfen Passanten in der Hauptstadt Amman. Stattdessen beraube sie die Bevölkerung ihrer traditionellen Bräuche und Vergnügungen.

Das Schischa-Verbot werde, sollte es tatsächlich durchgesetzt werden, zum Verlust von 20 000 Arbeitsplätzen führen, befürchtet ein Journalist der «Jordan Times». Auch Demonstrationen seien nicht auszuschliessen.

Wasserpfeifen gelten als «eher harmlos»

Etwa die Hälfte der sieben Millionen Jordanier rauchen Wasserpfeifen und Zigaretten regelmässig. Wasserpfeifen gelten als «eher harmlos», weil die Schadstoffe durch den Wasserdampf reingewaschen würden. Dass über den Rauch von Wasserpfeifen grössere Schadstoffmengen als über den Rauch von filterlosen Zigaretten aufgenommen werden, bestreiten Liebhaber der «Schischa» oder «Huka» energisch.

Das gekühlte Wasser im Bauch der Pfeife garantiere vielmehr Gesundheit, der mit Kokos, Erdbeere oder Apfel fermentierte Tabak zudem einen angenehmen Geschmack, argumentieren arabische Wasserpfeifenraucher.

Um ihre Gesundheit zu schützen, erhalten sie seit einigen Jahren in den Kaffeehäusern von Jordanien ein eingeschweisstes Mundstück. Die Übertragung von ansteckenden Krankheiten wie Hepatitis und Tuberkulose beim beliebten Gruppenrauchen kann so vermieden werden.