Bei dem Mitglied der Dschihadistengruppe IS handle es sich um Mohammed Emwasi, einen gebürtigen Kuwaiter, der in London aufgewachsen sei, berichteten die "Washington Post", die BBC und der "Guardian" am Donnerstag. Die Anti-Terror-Abteilung der Londoner Polizei bestätigte die Angaben mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht. Das Innenministerium wollte sich zunächst nicht äussern.

Nach Angaben der "Washington Post" bestätigten Freunde und Bekannte die Identität des mutmasslichen IS-Kämpfers, der von den Medien wegen seines britischen Akzents in Anlehnung an den Musiker John Lennon "Jihadi John" getauft wurde.

Das Internationale Zentrum für Radikalisierungsstudien am Londoner King's College hält die Berichte für plausibel. Es sei anzunehmen, dass die Angaben zur Identität "korrekt" seien, teilte die Forschungseinrichtung mit.

Grosse Terrorgefahr in der Schweiz

Grosse Terrorgefahr in der Schweiz: Die eidgenössische Task Force zu dschihadistisch motivierten Reisen hat am Donnerstag ihren Bericht vorgestellt.

Dem Bericht zufolge stammt der Mittzwanziger aus einer Mittelklassefamilie und reiste nach seinem Abschluss als Computerprogrammierer um das Jahr 2012 herum nach Syrien. Er soll sich radikalisiert haben, als er nach einem Flug nach Tansania wegen Terrorverdachts festgenommen wurde.

Für brutale Tötungen verantwortlich

Er sei damals vom britischen Geheimdienst beschuldigt worden, auf dem Weg nach Somalia zu sein und über einen Verbindungsmann Kontakt zu der islamistischen al-Shabaab-Miliz zu haben. Zudem sei ihm die Reise in sein Heimatland Kuwait verweigert worden. Dort wollte er nach eigenen Angaben heiraten und einen neuen Job antreten.

"Jihadi John" soll für die Ermordung der US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie dreier Entwicklungshelfer aus Grossbritannien und den USA verantwortlich sein. Auch in dem Video, das die Enthauptung der japanischen IS-Geiseln Haruna Yukawa und Kenji Goto zeigt, war der vermummte IS-Kämpfer angeblich zu sehen. Die Hinrichtung der Geiseln bezeichnete der Mann als Vergeltung für den Kampf des Westens gegen den IS.

Die Videos von den Enthauptungen sorgten weltweit für Entsetzen. Im September hatte die US-Bundespolizei FBI bekanntgegeben, dass die Identität des maskierten Dschihadisten geklärt sei. Weitere Einzelheiten gaben die Ermittler nicht bekannt.