Jemen

Jemens Präsident lässt auf Menschen schiessen

Demonstranten fordern den Rücktritt des jemenitischen Präsidenten Saleh in Sanaa (Archiv)

Demonstranten fordern den Rücktritt des jemenitischen Präsidenten Saleh in Sanaa (Archiv)

Die Sicherheitskräfte des bedrängten jemenitischen Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Saleh haben am Samstag erneut auf unbewaffnete Demonstranten geschossen. Mindestens zehn Menschen sollen getötet und Dutzende verletzt worden sein.

Das berichteten Aktivisten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und scharfe Munition ein, um den Protestzug von Hunderttausenden gegen Saleh zu stoppen. Heckenschützen feuerten angeblich von den Hausdächern in die Menschenmenge.

Im Jemen verlangen Menschen in Grosskundgebungen seit nunmehr acht Monaten den Rücktritt Salehs, der das Land nach 33 Jahren an der Macht an den Abgrund geführt hat. Nach Angaben der Opposition töteten seine Sicherheitskräfte seit Beginn der Proteste fast 1500 Menschen.

Luftangriffe auf Al-Kaida

Bei Luftangriffen im Jemen wurden sieben mutmassliche Al-Kaida-Kämpfer getötet. Unter ihnen soll auch ein Sohn des Ende September getöteten radikalislamischen Predigers Anwar al Aulaqi sein.

Das Spital in dem südostjemenitischen Dorf Assan habe den Tod des 21-jährigen Abderrahman Anwar al Aulaqi bestätigt, erklärte ein Vertreter von Aulaqis Stamm am Samstag.

Bei den mutmasslichen US-Angriffen am Freitagabend auf das Dorf in der Provinz Tschabwa wurden demnach auch ein Cousin Aulaqis sowie drei weitere Stammesvertreter getötet. Laut einem Behördenvertreter starb bei den Angriffen zudem ein ranghohes Al-Kaida-Mitglied, der Ägypter Ibrahim el Banna'a.

Anwar al Aulaqi, der auch die US-Staatsbürgerschaft besass, war bei einem mutmasslichen US-Drohnenangriff im Jemen getötet worden. Er war nach US-Geheimdienstangaben einer der Führer des El-Kaida-Ablegers auf der arabischen Halbinsel (AQAP) und für den Tod vieler Zivilisten im Jemen verantwortlich. Zudem soll er Terrorpläne gegen die USA geschmiedet haben.

Möglicherweise aus Vergeltung für die Luftangriffe am Freitagabend setzten mutmassliche Al-Kaida-Kämpfer in der Provinz Tschabwa eine Gaspipeline in Brand.

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