Bei den Gefechten am Donnerstag in Mukalla im Osten des ärmsten Landes auf der arabischen Halbinsel wurde mindestens ein Mensch verwundet. In Mukalla war es bereits vor einigen Tagen zu Zusammenstössen zwischen der Präsidentengarde und Armee-Einheiten gekommen, die sich auf die Seite der Protestbewegung geschlagen hatten.

In der Hauptstadt Sanaa versammelten sich am Donnerstag rund 10'000 Menschen, die Salehs Rücktritt forderten. Sie riefen: «Geh, Du Feigling, Du bist ein amerikanischer Agent.» Für Freitag waren nach den Gebeten erneute Proteste geplant. Die Opposition rief zu einem «Tag des Abgangs» auf, zu dem Hunderttausende Menschen erwartet wurden. Medien sprachen von einem «Marsch der zwei Millionen».

Unstabile Lage

Zu Beginn der Woche hatten sich führende Generäle, Diplomaten und Stammesanführer von der Regierung losgesagt. Unter ihnen war auch der für den Nordwesten des Landes zuständige Militär-Kommandant Ali Mohsen.

Unter dem Druck der seit rund sechs Wochen anhaltenden Proteste hatte Präsident Ali Abdullah Saleh schliesslich Zugeständnisse in Aussicht gestellt, den von der Opposition geforderten sofortigen Rücktritt aber abgelehnt. Bei den wochenlangen Protesten wurden bislang fast hundert Demonstranten getötet und über tausend verletzt.

Wegen der unruhigen Lage zogen Deutschland und Grossbritannien einen grossen Teil ihres Personals aus dem Jemen ab. Sie reduzierten ihre Leute in den Botschaften auf eine Kernmannschaft. Auch die deutschen Entwicklungshilfe-Organisationen zogen sich komplett aus dem Land zurück.

Waffen abgefangen

In Dubai beschlagnahmte die Polizei derweil Tausende für den Jemen bestimmte Waffen. Polizeichef Dahi Chalfan Tamim erklärte, rund 16'000 Pistolen aus der Türkei seien in einem Frachtcontainer entdeckt worden.

Die Beamten hätten den Schiffscontainer vor zwei Wochen in einem Lagerhaus in Dubai gefunden. Die Schiffsladung wurde den Angaben zufolge in der Türkei aufgegeben und passierte einen ägyptischen Hafen, bevor sie Dschebel Ali im Emirat Dubai erreichte.

Die Behörden erklärten, die Lieferung sei auf dem Weg in die jemenitische Region Saada gewesen, in der schiitische Rebellen sei Jahren gegen Regierungstruppen kämpfen. Polizeichef Tamim erklärte, mehrere Verdächtige seien festgenommen worden. Wer die Waffen bestellt habe, sei nicht klar.

Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass die jemenitische Regierung der Auftraggeber sei, weil es sich bei den Waffen um Fälschungen von Markenware handle. Der Polizeichef vermutete, schiitische Rebellen oder Zwischenhändler könnten die Waffen bestellt haben. Angesichts der anhaltenden Unruhen gebe es im Jemen einen Markt für Waffen.