Japan

Japans Regierungschef äussert «Reue» zu Kriegsvergangenheit

Shinzo Abe (m.) in Jakarta vor einem Treffen mit Xi Jinping

Shinzo Abe (m.) in Jakarta vor einem Treffen mit Xi Jinping

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat in einer Rede in Bezug auf Japans kriegerische Vergangenheit «tiefe Reue» geäussert. Anders als in Erklärungen seiner Vorgänger benutzte der Rechtskonservative jedoch nicht das Wort «Entschuldigung».

Das berichteten japanische Medien am Mittwoch über Abes Rede bei einer Asien-Afrika-Konferenz in Indonesien. Der Rede kam Beachtung zu, weil sie ein erster Hinweis darauf sein könnte, was für eine Erklärung Abe zum 70. Jahrestag des Kriegsendes im August abgeben wird.

Eine Verwässerung früherer Entschuldigungen für Japans Aggressionen und Kolonialherrschaft würde die Spannungen mit den früheren Opfern China und Südkorea verschärfen, warnen Kritiker.

Ungeachtet dessen kam es am Rande der Konferenz in Indonesien zu einem Treffen zwischen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Abe. Beide Seiten sind nach Medienberichten an einer Verbesserung der gespannten Beziehungen interessiert.

China hatte am Vortag eine Opfergabe Abes für den umstrittenen Yasukuni-Schrein für Japans Kriegstote, darunter Kriegsverbrecher, scharf kritisiert. Am Mittwoch pilgerten dann trotz der Kritik mehr als 100 japanische Politiker zum Schrein in Tokio. Zu den Politikern gehörten Vertreter von Abes Regierungspartei LDP wie auch der Opposition.

Kritiker werfen Abe vor, er wolle Japans Kriegsvergangenheit weisswaschen. Abe hat signalisiert, dass er in der Erklärung zum 70. Jahrestag des Kriegsendes nicht die gleiche Entschuldigungserklärung bisheriger Regierungen zu wiederholen gedenke.

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