Japan

Japan will erstmals Ainu-Volk offiziell als Ureinwohner anerkennen

Das Volk der Ainu ist auf Hokkaido zuhause, der nördlichsten und zweitgrössten Insel Japans. Einer Studie aus dem Jahr 2017 zufolge leben noch 12'300 Ainu in Japan.

Das Volk der Ainu ist auf Hokkaido zuhause, der nördlichsten und zweitgrössten Insel Japans. Einer Studie aus dem Jahr 2017 zufolge leben noch 12'300 Ainu in Japan.

Japans Regierung hat am Freitag ein Gesetz vorgestellt, das die ethnische Minderheit der Ainu als Ureinwohner anerkennt. «Es ist wichtig, die Ehre und Würde des Ainu-Volkes zu beschützen und dies an die nächste Generation weiterzugeben», sagte ein Regierungssprecher.

Der Gesetzentwurf fordert die Regierung zu "zukunftsgewandter Politik" auf, die unter anderem Massnahmen für die Förderung der lokalen Wirtschaft und des Tourismus beinhaltet.

Das Volk der Ainu ist auf Hokkaido zuhause, der nördlichsten und zweitgrössten Insel Japans. Jahrzehntelang litten die Ainu unter Diskriminierung und einer erzwungenen Anpassung an die japanische Mehrheitsbevölkerung. Während ihre Benachteiligung allmählich nachlässt, liegen Verdienst und Bildungsstand nach wie vor meist unter dem japanischen Durchschnitt.

Einer Studie aus dem Jahr 2017 zufolge leben noch 12'300 Ainu in Japan. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch höher sein, weil viele von ihnen sich in die Mainstream-Gesellschaft integriert haben und einige ihre kulturellen Wurzeln verbergen.

Der neue Gesetzentwurf sei "der erste Schritt für die Wahrung von Gleichheit vor dem Gesetz", sagte Ainu-Interessensvertreterin Mikiko Maruko. Es gebe aber noch viel zu tun. So fehle es etwa an Schulstipendien für Ainu-Familien.

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