Atomdebatte

Japan will bis 2040 aus der Atomkraft aussteigen

Gegner der Atomkraft bei einem Protest vor dem japanischen Parlament in Tokio im Juli (Archiv)

Gegner der Atomkraft bei einem Protest vor dem japanischen Parlament in Tokio im Juli (Archiv)

Die japanische Regierung hat den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040 verkündet. Der Beschluss folgt anderthalb Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe von Fukushima.

Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erklärte am Freitag, es dürften keine neuen Atommeiler gebaut werden. Bestehende Reaktoren hingegen, welche die neue Regulierungsbehörde für sicher halte, sollten wieder hochgefahren werden können.

Nach der Schweiz und Deutschland ist Japan damit das dritte Land, das nach der Katastrophe in Fukushima am 11. März 2011 den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen hat. Der japanische Ministerpräsident Noda hatte den Entscheid vom Freitag bereits am Mittwoch angedeutet.

Radikale Kehrtwende

Der Entscheid zum Atomausstieg markiert eine radikale Kehrtwende zur bisherigen japanischen Energiepolitik. Im Jahr 2010 hatte sich das Land zum Ziel gesetzt, den Anteil an Atomstrom an der gesamten Stromproduktion bis zum Jahr 2030 auf über 50 Prozent zu erhöhen.

Wie die japanische Regierung am Freitag bekannt gab, will sie den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtversorgung bis 2030 auf 30 Prozent hochfahren. Zudem soll der Stromverbrauch insgesamt vom Niveau des Jahres 2010 bis 2030 um zehn Prozent gesenkt werden.

Durch das Erdbeben und den Tsunami im März 2011 wurde jedoch eine Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima und damit die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986 ausgelöst. Nach dem Ausfall der Kühlung und den Kernschmelzen war Radioaktivität in die Luft, den Boden und ins Meer gelangt.

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