Erdbeben

Japan kämpft immer verzweifelter gegen den Super-GAU

Von hier strahlt die Gefahr aus: Atomkraftwerk Fukushima

Von hier strahlt die Gefahr aus: Atomkraftwerk Fukushima

Im verzweifelten Kampf gegen den Super-GAU mussten die letzten Einsatzkräfte im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 am Mittwoch immer neue Rückschläge hinnehmen. Derweil stieg die Unzufriedenheit über das Katastrophenmanagement in Japan.

Die Internationale Atomenergieagentur IAEA zeigte sich erstmals frustriert über Japan und verlangte detaillierte und schnellere Informationen. IAEA-Chef Yukiya Amano nannte die Lage "sehr ernst". Er werde so schnell wie möglich nach Japan fliegen und danach eine Sondersitzung des IAEA-Rats einberufen.

Nach Einschätzung der EU ist die Lage faktisch ausser Kontrolle. Massnahmen wie die, per Helikopter Wasser in einem Reaktor zur Kühlung zu bringen, muteten wie bei einem "Waldbrand" an und nicht als wirksames Vorgehen bei einem Atomunfall, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger in Brüssel.

Unter Einsatz ihres Lebens kämpfte die Notbesatzung des AKW gegen das Inferno. Zwischenzeitlich zwangen Explosionen und plötzliche hohe Strahlung die Arbeiter zum Rückzug. Die Strahlung sowie böiger Wind verhinderten Einsätze von Helikoptern, die Wasser und Borsäure auf den havarierten Reaktor 4 hätten schütten sollen.

US-Drohne im Einsatz

In der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) wurden Löschkanonen zur Kühlung der Brennstäbe in Stellung gebracht, wie die Agentur Kyodo berichtete. Ein unbemanntes Flugzeug des US-Militärs soll mit seinen hochauflösenden Kameras an diesem Donnerstag mehr Klarheit über das Innere der havarierten Atomreaktoren bringen.

Wie ernst die Lage ist, zeigte eine Fernsehansprache von Kaiser Akihito, der sich sonst nur zu offiziellen Anlässen zeigt. "Ich hoffe aufrichtig, dass die Menschen diese schreckliche Zeit überstehen werden, indem sie sich gegenseitig helfen", sagte er.

USA empfehlen grössere Evakuierungszone

Die USA halten die Evakuierungszone um das japanische Katastrophen-Kraftwerk Fukushima 1 für zu klein. Die US-Regierung legte den vor Ort ausharrenden US-Bürgern ans Herz, das Gebiet im Umkreis von 80 Kilometern zu verlassen.

"Auf der Basis unserer Analyse ist es das, was wir tun würden, wenn sich dieser Vorfall in den USA ereignen würde", sagte ein Sprecher des Weissen Hauses. Indirekt distanzierte sich die US-Regierung damit vom japanischen Krisenmanagement.

Die Regierung in Tokio hat zum Schutz vor radioaktiver Strahlung bisher nur Gebiete im Umkreis von 20 Kilometern evakuiert. Wer zwischen 20 und 30 Kilometer entfernt wohnt, soll im Haus bleiben.

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