Italien

Italiens Staatspräsident um Beruhigung der Märkte bemüht

Staatspräsident Giorgio Napolitano fordert rasche Entscheidungen

Staatspräsident Giorgio Napolitano fordert rasche Entscheidungen

Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano hat sich am Mittwoch um eine Beruhigung der nervösen Märkte bemüht. Ministerpräsident Silvio Berlusconi werde zurücktreten, und Italien werde bald eine neue Regierung haben oder Neuwahlen abhalten, sagte Napolitano.

Bedenken darüber, ob Berlusconi wirklich sein Amt aufgeben werde, seien vollkommen unbegründet. Es sei "eine Frage von Tagen", bis die von der EU geforderten Reformen das Parlament passiert hätten. Er werde dafür arbeiten, dass eine längere Periode politischer Ungewissheit vermieden werde.

Am Mittwochabend berichtete das Staatsfernsehen, die Finanzreformen könnten bereits bis kommenden Samstag gebilligt sein. Das Präsidialamt gab unterdessen überraschend die Ernennung des möglichen Berlusconi-Nachfolgers Mario Monti zum Senator auf Lebenszeit bekannt.

Personen, denen die Auszeichnung Senator auf Lebenszeit zuteil wird, verfügen über Wahlrechte im Senat. Der ehemalige EU-Wettbewerbskommissar Monti wird als Favorit für den Spitzenposten einer möglichen Technokraten-Regierung in Italien gehandelt.

Zuvor waren die Renditen italienischer Staatsanleihen am Mittwoch deutlich über sieben Prozent gestiegen. Der Zins für zehnjährige Anleihen lag am Nachmittag bei 7,4 Prozent, ein Anstieg von 0,82 Prozent im Vergleich zum Vortag. Griechenland, Irland und Portugal mussten bei diesem Renditeniveau unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen.

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