Ein erstes Schlauchboot mit 80 Personen an Bord wurde in libyschen Gewässern lokalisiert. Die italienische Küstenwache führte das Boot nach Sizilien.

Zwischen Malta und Lampedusa, wo sich am Freitag ein Flüchtlingsunglück mit 35 Toten ereignet hatten, wurde ein Boot mit 250 Menschen aus Eritrea von Schiffen der italienischen Marine gerettet. Die Migranten wurden auf Lampedusa gebracht. Ein weiteres Boot mit 80 Personen an Bord wurde 35 Seemeilen von Sizilien lokalisiert.

"Sicheres Meer"

"Mare sicuro" ("sicheres Meer") heisst die Mission, mit der die Regierung von Enrico Letta eine stärkere Überwachung im Mittelmeer gestartet hat. Die Zahl der Schiffe und Flugzeuge, die im Rahmen der Aktion im Mittelmeerraum eingesetzt werden, wurde verdreifacht.

45 Schiffe der Küstenwache und der Marine sollen in einem Bereich 40 Seemeilen vor Lampedusa entfernt die Gewässer überwachen. Die Regierung will ausserdem rund zehn Militärschiffe einsetzen. "Wir wollen mehr tun, dann werden wir das auch von der EU mehr Hilfen verlangen können", so Verteidigungsminister Mario Mauro.

Letta hatte am Montag seinen finnischen Amtskollegen Jyriki Katainen in Rom getroffen, mit dem er über Möglichkeiten diskutierte, um die EU-Grenzschutzagentur Frontex zu stärken.

Bilaterale Gespräche führte auch Innenminister Angelino Alfano, der am Montag mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga ein Abkommen für eine verstärkte Polizeikooperation unterzeichnete. Damit sollen mehr Schutz und Sicherheit an der Grenze garantiert und der Kampf gegen organisierte Kriminalität und Menschenhandel wirksamer gestaltet werden.