An den Ostertagen waren im Rahmen der Rettungsoperation "Mare nostrum" bereits 1100 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer aufgegriffen und in Italien an Land gebracht worden. Die Mission, benannt nach der antiken römischen Bezeichnung für das Mittelmeer, wurde im vergangenen Herbst unter dem Eindruck schwerer Flüchtlingskatastrophen eingeleitet, bei denen in wenigen Tagen mehr als 400 Flüchtlinge ums Leben gekommen waren.

Laut italienischen Medienberichten gab der italienische Staat seither rund 60 Millionen Euro für die Operation aus. Täglich sind im Schnitt fünf Marineschiffe samt Helikoptern und rund 900 Marinesoldaten im Einsatz.

Inzwischen werden die Forderungen aus dem rechten politischen Spektrum lauter, die Operation zu stoppen. Der Chef der Lega Nord, Matteo Salvini, verlangte den Abbruch der Hilfsaktion. Die Gewissheit der Migranten, dass ihre Boote von der italienischen Marine gerettet werden, trage zu einem immer stärkeren Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer bei, sagte Salvini.

Italiens Innenminister Angelino Alfano forderte die Europäische Union Anfang April auf, sich verstärkt um Unterstützung für Italien bei der Flüchtlingsaufnahme zu kümmern. Er sagte, an der libyschen Küste warteten bis zu 600'000 Menschen auf eine Gelegenheit zur Überfahrt Richtung Europa. Seit Jahresbeginn wurden im Rahmen der Operation "Mare nostrum" rund 22'000 Flüchtlinge aufgegriffen.